So schön der Fussball auch ist, so überschwänglich die Feste auch gefeiert werden, ein Thema bleibt bei den meisten Ballbegeisterten ein Dauerbrenner: Das Abbrennen von Pyros im Stadion. Die Diskussion wurde unlängst in Zürich wieder neu lanciert. Die Zürcher denken über ungefährlichere Alternativen zu den heissen Fackeln nach.

Wegzudenken sind sie kaum, die Petarden, die bei Fussballspielen, beim euphorischen Jubel oder wie am Mittwoch auf dem Barfüsserplatz gezündet werden. Eine Meisterfeier auf dem Barfi ohne den schweren roten Rauch ist kaum mehr vorstellbar.

Der Barfi ganz in rot getaucht.

Der Barfi ganz in rot getaucht.

Doch was mit gebührendem Abstand durchaus schön aussieht, ist von Nahem alles andere als erfreulich - und auch gefährlich: Beim Zürcher Derby vom 2. Oktober 2011 warf ein FCZ-Fan eine brennende Pedarde in den GC-Fansektor. Die über 1500 Grad heisse Fackel traf einen Fan an der Schulter und verletzte ihn. Der FCZ-Petardenwerfer wurde vom Gericht zu zwei Jahren bedingt verurteilt.

Rauch in den Zuschauerrängen beim Zürcher Derby vom 2. Oktober 2011.

Rauch in den Zuschauerrängen beim Zürcher Derby vom 2. Oktober 2011.

Nun klinken sich auch die Basler wieder in die Debatte ein. Polizeikommandant Gerhard Lips verkündete dabei Überraschendes: Er fordert, dass über eine Legalisierung von Pyros diskutiert wird. «Man könnte über eine Ausnahmebewilligung in einem bestimmten klar definierten Bereich sprechen», sagt Lips in der Sendung «Schweiz aktuell» vom 24. Mai. «So könnten Pyros vor dem Spiel kontrolliert abgebrannt werden.»

FCB-Präsident Bernhard Heusler gefällt die Idee einer Legalisierung nicht. Es sei eine Kapitulation vor den Fans und ein Armutszeugnis für die Staatsgewalt. Lips hingegen gibt zu bedenken: «Im Stadion ist unmittelbares Intervenieren gegen die Pyro-Zünder sehr schwer.» Auch wenn er grundsätzlich für ein Verbot der Fackeln ist.

Heusler toleriert keine Pyros im Stadion. Für ihn ist eine Legalisierung deshalb keine Alternative, wie er bei «Schweiz aktuell» sagt: «Das Werfen von brennenden Petarden ist ein krimineller Akt. Wenn man fünf Leuten erlaubt, kontrolliert Pyros abzufackeln, darf man nicht die Illusion haben, dass die anderen nicht trotzdem Bengalen mitnehmen.»

Hansjürg Käser, Präsident der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorenkonferenz sieht das ähnlich: «Pyros sind hochgefährlich und haben nichts im Stadion zu suchen.»