Für Autofahrer, die es gerne zügig mögen, ist ein Radarwarngerät eine lohnenswerte Anschaffung. Doch so nützlich die Geräte, die im Netz ab 200 Franken aufwärts zu finden sind, für Raser sind: Sie sind verboten. In der aktuellen Ausgabe des Personalmagazins beschreibt die Basler Polizei den jüngsten Trend.

Es sei erstaunlich, wie viele inländische und ausländische Fahrzeuglenkerinnen und Fahrzeuglenker von der Polizei oder durch das Grenzwachtkorps kontrolliert würden, die ein verbotenes Radarwarngerät mitführten. Im vergangenen Jahr kam es alleine in Basel-Stadt zu 63 Anzeigen. Ein Teil der Sünder fliegt bereits bei der Bestellung im Ausland auf. Der Staatsanwaltschaft werden regelmässig Pakete mit Radarwarngeräten zugestellt. Die Sünder werden gebüsst, die Geräte eingezogen und vernichtet. In Baselland kostet der Besitz eines Radarwarngeräts 200, in Basel-Stadt 300 Franken. Heftiger trifft es jene, die die illegalen Systeme an den Mann bringen. 2015 verurteilte ein Aargauer Obergericht einen Mann zu 3000 Franken Busse, der über ein Jahr Radarwarngeräte verkauft hatte.

Auch Whatsapp-Gruppen illegal

Die heute meistverbreitete Art von Warngeräten sind die sogenannten GPS-Radarwarngeräte, bei denen eine ganze User-Gemeinschaft an den Warnungen beteiligt ist. Der Erfolg baut hier darauf auf, dass möglichst viele im Besitz des gleichen Apparats sind. Die Besitzer müssen selber eingeben, wenn sie ein Radarwarngerät entdecken.

Öffentliche Warnungen vor Radars sind prinzipiell verboten, betont der Basler Polizeisprecher Toprak Yerguz. Dies betrifft auch Whatsapp- oder Facebook-Gruppen von mehr als 50 Teilnehmern. Hier kommt es aber kaum zu Strafverfolgungen. Die Polizei hat vermutlich andere Prioritäten, da diese Chats auch eine gewisse regulatorische Wirkung haben und letztlich die Benutzer zumindest in einem bestimmten Streckenabschnitt vom Rasen abhalten. Auch das ist im Sinne der Polizei.

Im Gegensatz zu früher dürfen auch die Radiostationen nicht auf Radarfallen aufmerksam machen. Bis zur Revision des Radio- und Fernsehgesetzes waren beispielsweise auf «Radio Basilisk» versteckte Hinweise zu hören wie «Blitz ohne Donner gibt es beim Luzernerring» oder ähnlich. Noch heute riefen Zuhörer an, um Hinweise abzugeben, sagt Chefredaktor Benjamin Bruni – diese müsse er aber abweisen, wenngleich Radarhinweise ein gefragter Service für die Hörer gewesen seien.

Allgemein weniger Bussen

Ob das verstärkte Aufkommen von Radarwarngeräten dazu führe, dass weniger Bussen ausgestellt werden, lässt sich schwer beurteilen. Die Baselbieter Polizei beispielsweise, die in den vergangenen Jahren vergleichsweise wenige Radarwarngeräte beschlagnahmt hat (in diesem Jahr «erst» vier), schreibt auf Anfrage: Die Übertretungsquote sei in der Tat rückläufig. Das habe aber mit der heutigen Verkehrsmenge und der neueren Fahrzeugtechnik wie dem Tempomat, dem Begrenzer und der automatischen Geschwindigkeitserkennung zu tun.