Herr Nidecker, 20 Jahre – wie konnte der Verein so lange überleben?

Andreas Nidecker: Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen sind die Mitglieder – eine Gruppe von Ärzten und Pflegepersonen aus Basel und Liestal – interessiert daran, zu helfen. Wir sehen das als Privileg. Wir wollen in Ländern wie Lettland, Serbien und Sambia helfen, weil es für die Ärzte und Pflegenden dort viel schwieriger ist, gute Medizin zu praktizieren. In der Schweiz sind wir verwöhnt, da wir alle Methoden und Medikamente zur Verfügung haben. Hinzu kommt, dass wir durch unsere Sponsoren unterstützt werden. Wir leisten qualitativ gute Arbeit, das wird wahrgenommen. Allerdings müssen auch wir uns um die Unterstützung bemühen.

Was hat sich in den 20 Jahren an der Arbeit des Vereins verändert?

An der Art, wie wir arbeiten, hat sich nicht viel verändert. Wir treffen uns alle sechs Wochen zu einer Sitzung, wo wir die Prioritäten festlegen.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den Partnerspitälern?

Unsere Arbeit besteht einerseits darin, Medikamente und Geräte zu liefern. Andererseits ist es uns wichtig, den Kontakt mit den Ärzten und Pflegenden dort zu wahren. Wir sind der Meinung, dass es einen grossen Unterschied macht, wenn sie Gesprächspartner haben. Wir besuchen die Projekte daher regelmässig, zwei- bis dreimal im Jahr. Daneben kommen auch immer wieder Gastarztaufenthalte in der Region Basel, wo Ärzte zu uns kommen, hier mitarbeiten dürfen und interessante Eindrücke erhalten.

Wie gehen Sie mit den Erlebnissen, die Sie auf Ihren Reisen machen, um?

Natürlich erlebt man nicht nur Positives. Ein Problem war zum Beispiel die Sprachbarriere in Serbien. Dazu kommt, dass Serbien lange ein stark kommunistisches Land war und die Leute unsere Absichten nicht verstanden. Sie konnten nicht verstehen, dass wir einfach helfen wollten. Das ist schwierig, so etwas zu erklären. Gerade das Afrika-Projekt hat aber viele positive Effekte, die Ärzte und Pflegenden leisten gute Arbeit.

Was überwiegt am Ende – das Positive oder das Negative?

Wenn das Negative überwiegen würde, würden wir es nicht mehr machen. Wir machen viel mehr positive Erfahrungen. Zum Beispiel die Leute in Afrika kennen zu lernen, ist immer interessant. Sie sind meist sehr arm, aber unwahrscheinlich kreativ. Das ist sehr bereichernd im Vergleich zu den Europäern, wo es meistens primär ums Geld, um den sofortigen Service und die Effizienz geht.

Wie geht es mit dem Verein nach 20 Jahren weiter?

Das Projekt in Sambia geht weiter. Die Projekte in Lettland und Serbien dagegen sind abgeschlossen, auch wenn wir noch immer guten Kontakt zu den Leuten dort pflegen. In Moldawien, einem sehr kleinen und armen Land neben Rumänien, beginnen wir im Herbst ein neues Projekt in einem mittelgrossen Spital.