Nicht nur in Basel gehen die Wogen hoch, wenn Fasnachtsgruppen wegen ihres Namens oder Logos Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt sind. Aktuell steht vor allem die Negro Rhygass unter Beschuss, die eine interne Diskussion über beides in Aussicht gestellt hat. Die Gugge Mohrekopf hingegen hält am Namen fest.

Selbst die Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann hat sich zur Debatte geäussert, exklusiv gegenüber der bz. Sie würde sich wünschen, dass vor allem das Logo der Negro Rhygass, aber auch die Namen der Guggen geändert würden.

Negerköpp erfuhren Aggressionen

Auch Köln kennt jetzt so einen Fall. Die Karnevalsgesellschaft Frechener Negerköpp taufte sich 1978 auf diesen Namen und bildete einen "festen Bestandteil des Frechener Karnevals", "mit ihren bunten Kostümen" und "prächtigen Festwagen", wie das Nachrichtenportal express.de Ende August schrieb.

Jetzt habe der Verein die Notbremse gezogen und sich umbenannt. Der Verein habe in den vergangenen Jahren sehr viele Aggressionen aus der Bevölkerung erfahren, "sowohl wegen unseres Namens als auch des Aussehens", sagte die erste Vorsitzende Sandra Oberzier gegenüber dem Portal.

Tiere statt geschwärzte Gesichter

In der Tat sind auf dem abgebildeten Foto die Mitglieder in Kostümen zu sehen, in denen sie mit Federschmuck, Fellen und geschwärzten Gesichtern auftreten. Obwohl man darauf geachtet habe, nicht politisch diskriminierend oder anzüglich zu sein, hätten wohl Name und Aussehen gereicht, die Gesellschaft zu diskriminieren, so die Vorsitzende.

Die Massnahme war schliesslich einfach: Ab sofort heisst die Gesellschaft "Wilde Frechener". Sie will sich in der kommenden Session, wie die Fasnacht dort lokal genannt wird, aber weiterhin dem Thema Afrika widmen, einfach mit Fokus Tierwelt. 

Vorerst bleibt der Name bestehen

Für Basler Guggenverhältnisse waren die Negerköpp, die sich heute "Wilde Frechener" nennen, allerdings nicht besonders gross. 19 Mitglieder zählte die Gesellschaft vor der Namensänderung. Danach waren es weniger: Laut Medienbericht hätten drei der Mitglieder aus Protest gegen die Namensänderung "ihre Kündigung" eingereicht.

Auch die Negro Rhygass wies Vorwürfe des Rassismus weit von sich, wie Obmann Niggi Schmieder bereits mehrfach gegenüber mehreren Medien betont hatte. Vorerst hält die Gugge an ihrem Namen fest, wie sie nach einer Sitzung vergangene Woche den Medien beschied. Die Website bleibt aber bis auf Weiteres deaktiviert. Logo und Name existieren seit rund 60 Jahren; wie es damit definitiv weitergeht, will die Gugge nun noch ausführlicher beraten.