Der Euro-Airport hat ein gröberes Klumpenrisiko. Die beliebteste Destination ist London, mit grossem Abstand. Kommt es in knapp elf Wochen zu einem «Hard Brexit», also zu einem unkoordinierten Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union, könnte der Flugverkehr in die Englische Hauptstadt einbrechen.

«Wenn das Zugpferd London nicht mehr richtig funktioniert, beginnen auch wir zu stottern», sagte EAP-Direktor Matthias Suhr an der gestrigen Jahres-Medienkonferenz des Flughafens. «Wir müssen mit einem Domino-Effekt rechnen.»

Pristina holt mächtig auf

Ausser dem Schreckgespenst des «Hard Brexit» ohne Abkommen gibt es für den EAP derzeit keinen Anlass zur Sorge – lässt man die Fluglärm-Problematik einmal zur Seite. Im vergangenen Jahr begrüsste der Flughafen Basel-Mühlhausen erstmals in seiner Geschichte mehr als acht Millionen Passagiere. Die 8,6 Millionen Fluggäste entsprechen einem Plus von 8,7 Prozent. Flugbewegungen wurden 97 271 gezählt (+1,7 %). Bei der Fracht betrug das Plus 4,3 Prozent. Mit dem Wachstum soll es weitergehen: 2019 sind 9 Millionen Gäste prognostiziert (+4,4 %).

Platzhirsch am EAP ist unangefochten Easyjet. Die Briten vereinen 58,5 Prozent der abfliegenden und ankommenden Fluggäste auf sich. Jedoch holt eine andere Billigfluglinie auf: Wizz Air. Die Ungarn konnten ihre Passagierzahlen um über einen Drittel steigern – ihr Marktanteil ist mit 7,2 Prozent im Vergleich zu Easy Jet jedoch gering.

Bei den Destinationen ist Pristina grosse Gewinnerin. Die Hauptstadt des Kosovo wurde 2018 von knapp 280 000 Menschen angeflogen, ein Anstieg um einen Fünftel gegenüber dem Vorjahr.

Die Stunde vor Mitternacht

Damit kommt die Stadt bei den beliebtesten EAP-Destinationen auf Platz 7. Auf den Rängen zwei bis vier hinter Krösus London versammeln sich Berlin, Amsterdam, Palma und Barcelona.
Lärmschutz-Ziel verpasst

Der EAP vollzog im November einen Paradigmen-Wechsel. Damals verkündete der Verwaltungsrat, er wolle die Nachtruhe um eine Stunde verlängern. Zwischen 23 und 24 Uhr sollten keine Starts und Landungen mehr den Bewohnern der Anrainergemeinden den Schlaf rauben. Vorgesehen ist, die Massnahme bis Ende 2019 umzusetzen.

Schon zuvor hatte die EAP-Spitze angekündigt, den Lärmgeplagten entgegenzukommen: mit der Reduktion der Südstarts und der Stabilisierung der Flugbewegungen in der Stunde vor Mitternacht. «Zumindest eines der Ziele haben wir verpasst», sagte Suhr. So sei 2018 die Zahl der Bewegungen von 23 bis 24 Uhr sogar leicht gestiegen. «Das hat mit Faktoren zu tun, die wir leider nicht beeinflussen können», sagte Suhr. In den Sommermonaten sei der Luftraum überlastet gewesen, das habe Verspätungen erzeugt.

Bis zu 15 Millionen Passagiere

Ein wichtiges Projekt für den EAP ist der Schienenanschluss. Dessen Ziel sei es nicht, sagte Suhr, die Zahl der Passagiere zu steigern, sondern den Modalsplit zu verbessern. Künftig sollten mehr Gäste, aber auch Angestellte per Bahn oder auch Tram anreisen.

Auch die Infrastruktur soll wachsen. Bis 2030 ist vorgesehen, 250 Millionen Euro zu investieren und die Terminals zu vergrössern. Zu den Hauptreisezeiten ist es 2018 immer wieder zu langen Warteschlangen gekommen. Der EAP ist aktuell für maximal 10 Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt – Zielgrösse nach den Ausbauten sind 12 bis 15 Millionen.