Die beiden Regierungen waren sich an einer gemeinsamen Sitzung einig, eine stadtnahe Tangente nur als Option offen zu halten. Im Moment stehe deren Realisierung nicht im Vordergrund, heisst es in einer Mitteilung der beiden Regierungen vom Freitag.

Das Baselbieter Stimmvolk hat Anfang November die Entwicklungsplanung Leimental-Birseck-Allschwil (ELBA) abgelehnt. Damit sei auch die Planung für eine durchgehende stadtnahe Tangente sistiert worden, heisst es weiter.

Nicht zu ELBA gehörte der Zubringer aus dem Bachgrabengebiet in Allschwil zur Nordtangente in Basel. Dafür genehmigte der Landrat bereits einen Kredit von 4,5 Millionen für ein Vorprojekt. Die Regierungen wollen dieses Vorhaben rasch realisieren. Das Teilstück soll künftig Zubringer Bachgraben-Nordtangente heissen.

Die Kosten für das Vorhaben werden weiterhin auf rund 180 Millionen Franken geschätzt, wobei die Abweichungen bei 50 Prozent liegen können, wie es beim der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) auf Anfrage hiess. Angestrebt wird ein Baubeginn in fünf bis sieben Jahren. Die Bauzeit soll rund fünf Jahre betragen.

Binninger- und Gundelitunnel in weiter Ferne

Bei der Projektierung dieses Vorhabens werde sichergestellt, dass es mit einer allfälligen späteren Ergänzung zu einer Umfahrung Allschwil kompatibel sei, heisst es in der Mitteilung. Bestandteil der stadtnahen Tangente war auch ein Tunnel in Binningen. In den nächsten fünf Jahren soll dieses Vorhaben nicht weiter bearbeitet werden.

Basel-Stadt hält die Option Gundelitunnel mit einem Anschluss an die Autobahn offen. Der Tunnel unter dem Gundeldinger-Quartier soll aber erst gebaut werden, wenn die Tangente doch noch realisiert wird und die anderen Abschnitte gesichert sind. Dazu gehören die Tunnels in Allschwil und Binningen.

Betont wird, dass der geplante Rheintunnel zur Entlastung der A2 eine deutlich höhere Priorität habe als der Gundelitunnel. Schon im Juni betonten beide Regierungen, der Rheintunnel sei zu priorisieren.