Abreissen und was Neues bauen! Mit dieser Devise sorgten die Basler Stararchitekten Christ und Gantenbein für Aufruhr. Nun wird klar: Das war nicht etwa ein Hirngespinst zweier Architekten beim Feierabendbier, sondern ein Planspiel des Kantons, dem das Areal gehört.

Das Brainstorming fand 2016 statt und war mehr als nur ein unverbindliches Geplauder. Ein Planspiel, das nun einigen der Beteiligten ein wenig unangenehm zu werden scheint. Dies sei vor allem der Annahme der Initiativen des Mieterverbandes und der generellen Stimmung, die Genossenschaftswohnungen derzeit über alles stellt und Abbruch- und Neubauvorhaben kritisch gegenübersteht, verschuldet.

Auf Anfrage bei der Eigentümerin Immobilien Basel-Stadt hiess es zunächst, man habe sich nur Gedanken über die Zukunft des Restaurants «Rhypark» gemacht. Dort läuft derzeit eine Zwischennutzung. «Von einem Projekt sind wir meilenweit entfernt», sagte die Sprecherin von Immobilien Basel-Stadt, Barbara Neidhart, am Freitagmorgen. Doch beim Kanton fanden sich immer weitere Kaderleute, die an den damaligen Besprechungen dabei waren oder zumindest wussten, dass hier sehr viel weiter gedacht wurde.

Widersprüchliche Angaben

«Es ging auch um die Durchgängigkeit zum Rheinufer, ein Schwimmbad und den möglichen Ersatz der bestehenden Wohnbauten», sagt eine damals beteiligte Quelle der «Schweiz am Wochenende».

Das passt so gar nicht zu den Worten des Leiters der Betreiberin, der WGN, der diese Woche sagte, es komme gar nicht infrage, dort irgendetwas abzureissen. Die Eigentümerin, Immobilien Basel-Stadt (IBS) revidierte dann im Lauf des gestrigen Tages ihre Aussagen. «Ja, wir haben hier städtebauliche Überlegungen angestellt», sagt Christian Schuster von IBS. Es handle sich dabei aber um eine Planung, die sehr weit in die Zukunft reiche, in eine Zeit, in der die Baurechte der WGN abgelaufen seien. Dazu habe man auch Studien erstellen lassen.

Es sei einzig darum gegangen, städtebaulich sinnvolle Ansätze für eine Zeit zu finden, in der das Areal wieder an den Kanton zurückgefallen sei. Aber eben, konkret und aktuell sorge man sich einzig und alleine um die Zukunft des Restaurants und um eine anstehende Sanierung der Wohnbauten.

Das war wohl aber kaum der Grund, weshalb mehrere Kaderleute aus dem Bau- und Verkehrsdepartement und dem Präsidialdepartement vor zwei Jahren in die Planungen involviert wurden. Und die Architekten, die mit der provokanten These in die Öffentlichkeit traten, Christ und Gantenbein? Sie waren auch am Freitag nicht zu erreichen, sollen aber bereits 2016 in den Planungsprozess eingebunden gewesen sein, egal, wie konkret er denn nun war. Dies heisst es aus verwaltungsinterner Quelle.