Diese Woche erschien die sechste Auflage des Swiss Barguides mit der Liste der 101 besten Bars der Schweiz. Zehn davon (siehe Box) befinden sich in Basel. Mit von der Partie ist auch das Werk 8 im Gundeldingerfeld. An diesem Lokal kommt man als Cocktail- und Drinkfan in der Region aktuell kaum vorbei.

Erst am Wochenende wurde die Location vom Mixology-Magazin als «Bar Of The Year Switzerland» ausgezeichnet. Eine beträchtliche Leistung für das junge Team einer Bar, die erst seit knapp vier Jahren existiert. «Für uns ist dieser Award ein Ritterschlag», bestätigt Bar Manager Martin Bornemann. Das Team habe sich sehr darüber gefreut, in der engeren Auswahl des Awards zu sein.

So richtig an den Sieg geglaubt habe aber niemand. Schliesslich biete das Werk 8 nicht eine klassische Cocktailbar-Atmosphäre und manchmal werde es schon etwas lebendiger bei ihnen, erzählt er. Zudem seien die anderen Bars, die ebenfalls in der engeren Auswahl standen, eine starke Konkurrenz gewesen: «Alles ausserordentlich tolle Bars, die uns auch als Vorbild dienen und die wir bewundern», führt er aus.

Dass bei der fulminanten Gala in Berlin das Team des Werk 8 die Auszeichnung entgegennehmen durfte, habe wohl mehrere Gründe, erklärt Assistant Bar Manager Norbu Tsering.

Einsatz für den Berufsstand

«Was sicher auch für uns gesprochen hat, ist, dass wir uns auch neben der klassischen Bar-Arbeit als Betrieb engagieren» sagt er. So sei dieses Jahr ein Charity-Event durchgeführt worden, der zum Anlass für das ganze Quartier wurde. Der Erlös davon ging an die Pro Specie Rara-Stiftung. Auch an der Bar ist die Sensibilität für Regionales und Saisonales gross. Diesen Sommer habe sich das Team durch verschiedene Sorten von Pfefferminze probiert — alle selbst angebaut. So habe sich die Bar vier Monate selbst versorgen können. Auch alle Sirupe für die Cocktails mache die Bar selbst. «Intern bieten wir Schulungen an, führen Wettbewerbe durch, haben Gast-Barkeeper. Damit fördern wir den Berufsstand an sich und dessen Ansehen», sagt Tsering. Der «Bar Of The Year Switzerland»-Award ist nicht der erste Award, den das Team bisher gewonnen hat, aber der Prestigeträchtigste.

Will das Werk 8 jetzt noch höher hinaus? Tsering verneint: «Wir kamen intern relativ schnell zum Entschluss, dass es für uns der beste Schritt ist, ein, zwei Schritte zurückzugehen und uns weiterhin auf das fokussieren, was wir hier im Werk 8 machen» und sagt
Tsering. Bisher sei die Bar ihrem Konzept treu geblieben und das solle auch so bleiben: «Wir haben einfach das gemacht, was wir gerne machen. Und offensichtlich kommen die Awards auch so», meint er lachend.

Auf vielen Ebenen erfolgreich

Natürlich sei es wunderschön, für seine Arbeit im Rahmen einer Awardauszeichnung belohnt zu werden, ergänzt Bornemann. «Für uns bedeutet Erfolg aber auch, jeden Tag die Bar voll zu haben, dass die Leute gerne wiederzukommen und auch neugierig sind auf das, was wir machen». Genauso ist es für ihn ein Zeichen für Erfolg, zufriedene Mitarbeitende zu haben, die lange im Betrieb bleiben. Es sei sehr wichtig, ein gutes Team zu haben, in dem sich alle einbringen können und motiviert sind. «Insofern ist unser Erfolgsrezept unser Team. Besonders in der Gastronomie ist das wichtig. Die Gäste merken, ob das Team eine Einheit ist oder nicht», sagt der Barchef.
Werk 8 Dornacherstr. 192, 4053 Basel www.werkacht.ch