Die Preissumme von 60'000 Franken geht zu gleichen Teilen an Denis Jabaudon von der Universität und dem Universitätsspital Genf und an Peter Scheiffele vom Biozentrum der Universität Basel, wie die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) am Dienstag mitteilte.

Peter Scheiffele ist Professor für Zell- und Entwicklungsbiologie am Biozentrum der Universität Basel. Er erforscht, wie sich im zentralen Nervensystem neuronale Netzwerke bilden. Seine Arbeiten zur Entstehung und Auflösung von Synapsen, den Kontaktstellen zwischen Nervenzellen, ermöglichten Einblicke in Hirnerkrankungen wie Autismus und deren Behandlungsmöglichkeiten.

Denis Jabaudon ist Förderprofessor des Schweizerischen Nationalfonds an der Universität Genf. Gleichzeitig ist er leitender Arzt an der neurologischen Klinik des HUG. Seine Gruppe untersucht die Entstehung von Schaltkreisen im Hirn.

Mit seiner Forschung möchte Jabaudon dazu beitragen, die genetische Kontrolle neuronaler Verbindungen besser zu verstehen. In der Klinik sollen diese Erkenntnisse die Behandlung von Patienten und Patientinnen mit Hirnverletzungen oder neurodegenerativen Erkrankungen verbessern.

Die Verleihung des Robert-Bing-Preises findet am 20. November 2014 in Basel statt. Der Preis erinnert an den Neurologen Robert Bing (1878-1956) und geht gemäss den Bestimmungen des Stifters an «Autoren hervorragender Arbeiten, welche Erkennung, Behandlung und Heilung der Nervenkrankheiten gefördert haben», um sie zu weiterer Forschung zu ermutigen. Der Preis wird alle zwei Jahre an jüngere Forscher verliehen.