Die Sanierung der Rosentalstrasse läuft nun seit einem Monat. Die Strasse zwischen Messe und Badischem Bahnhof soll künftig in ganz neuem Glanz erscheinen. Die Trottoirs werden breiter, die Begrünung üppiger und die Fussgängerverbindung attraktiver. Das zumindest versprechen die Planer der Sanierung. Für viele Ladenbesitzer bedeutet sie aber grosse finanzielle Verluste. Das Projekt wird von den Industriellen Werken Basel (IWB), den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB) und dem Tiefbauamt geleitet.

Einjährige Dauerbaustelle

Die Bauherren bemühen sich laut eigenen Angaben stark um eine «minuziöse Koordination aller Beteiligten» sie erarbeiten «detaillierte Ausführungspläne und Terminpläne basierend auf dem übergeordneten Terminprogramm». Den Betreibern der Geschäfte hilft das wenig, denn trotz der detaillierten Theorie dauert die Baustelle ein ganzes Jahr. Begonnen haben die Erneuerungen der Rosentalstrasse und der Tramhaltestelle am Badischen Bahnhof am 2. Juli.

Der allergrösste Teil steht also noch bevor: Vom 10. September bis 21. Oktober 2018 werden die Tramgleise in der Rosentalstrasse und die Wendeschlaufe beim Bahnhof erneuert. Im gleichen Zug werden sämtliche Haltestellen behindertengängig gemacht. Zwischen Messeplatz und Eglisee, auf den Tramlinien 2 und 6 verkehren während dieser Zeit Ersatzbusse und in der Schwarzwaldallee hat der Autoverkehr pro Richtung nur eine Fahrspur zur Verfügung.

Für die Ladenbesitzer könnten diese Umstände aber schwere Folgen haben: Amarinder Singh betreibt einen kleinen Lebensmittelladen und indischen Take Away an der Rosentalstrasse 22. «Die Sanierung macht mir das Geschäft kaputt. Ich mache dadurch viel weniger Umsatz», sagt sie. Ihr Laden ist anders als die meisten Geschäfte in der Umgebung bis 22 Uhr geöffnet.

Deshalb kamen viele Kunden nach dem regulären Ladenschluss gezielt zu ihr. Bevor die Baustelle gestartet wurde, konnte man vor ihrem Laden bequem parken, heute geht das nicht mehr. Das Fatale daran ist: Die Situation ändert sich auch mit dem Abschluss der Bauarbeiten nicht. Denn nach der Sanierung wird es in der Rosentalstrasse 10 Parkplätze weniger geben.

«Es kann gut sein, dass ich den Laden langfristig schliessen muss», sagt Singh. Vorerst ist er aber noch geöffnet. Damit der Laden trotz Baumulden, Absperrungen und Lärm etwas einladender erscheint, hat Singh zwei Stühle vor das Schaufenster gestellt. Franco Bonarrigo, der nebenan einen Coiffeursalon betreibt, stört vor allem der permanente Lärm. Die grosse Schaufensterscheibe bietet fast keinen Schallschutz. Die Gespräche, die zu einem angenehmen Coiffeurbesuch dazugehören, werden so beinahe unmöglich. Wirklich verheerend seien aber auch für ihn die wegfallenden Parkplätze: «Für meine Kunden ist es nicht so wichtig, dass sie vor dem Laden spazieren können, sondern, dass sie schnell mit dem Auto hierher und wieder weg kommen», sagt Bonarrigo.

Optimistischer betrachtet Stanley Escobar vom Rosental Corner die einjährige Sanierung. Die Café Bar liegt ganz am Anfang der Baustelle. Der Zugang ist daher nicht erschwert wie bei den anderen Läden an der Rosentalstrasse. «Ausserdem kommen die Bauarbeiter morgens gerne hierher, um vor der Arbeit ein Gipfeli zu essen oder einen Kaffee zu trinken», sagt Escobar.