Das Herzstück ist ein partnerschaftliches Projekt. Das betonen alle Beteiligten in Stadt und Land, wenn vom S-Bahn-Tunnel unter der Basler Innenstadt die Rede ist. Um so mehr überraschte am Dienstag der Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels mit der einseitigen Ankündigung, Basel-Stadt wolle das Projekt vorfinanzieren, um es in Bern voranzubringen.

Von Baselland war da nicht die Rede – und das war kein Versehen: Die Baselbieter Behörden erfuhren erst kurz vor Wessels Ankündigung von den Basler Plänen. «Die Vorfinanzierung war eine Idee, die aus Basel kam», sagt Eva Juhasz, in der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion verantwortlich für den öffentlichen Verkehr. Sie ist aber überzeugt davon, dass dies das Projekt vorwärts bringen kann.

Doch nachziehen will der Landkanton nicht. Schon am Dienstag, noch bevor sie für zwei Monate krank geschrieben wurde, stellte Regierungsrätin Sabine Pegoraro gegenüber dem SRF-«Regionaljournal» klar: Baselbieter Vorfinanzierungsgelder für das Herzstück wird es keine geben, so sehr man den Basler Vorstoss begrüsse.

Juhasz sieht für das Projekt keinen Nachteil, wenn nur Basel-Stadt Bern Geld vorschiesst. Beim Doppelspurausbau im Laufental habe die Baselbieter Regierung eine Zusage für eine Vorfinanzierung gemacht. Das Wichtigste sei, dass die beiden Kantone eng zusammenarbeiteten: «Für den Bund ist es nicht relevant, wer das Projekt vorfinanziert. Relevant ist, dass wir ein Projekt mit einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis präsentieren.»

Noch nicht in Bern angekommen

Auch Wessels nimmt es gelassen, dass der Partner vom Lande das Portemonnaie nicht öffnet, obwohl der S-Bahn-Tunnel vor allem für Pendler aus dem Umland gedacht ist. «Es spielt keine so grosse Rolle, ob beide Kantone vorfinanzieren», sagt er.

Beim Bund scheinen die Vorfinanzierungspläne noch nicht angekommen zu sein. Man sei daran, die schweizweit 210 für den «Ausbauschritt 2030» eingereichten Projekte «zu analysieren, auszuwerten und schliesslich zu priorisieren», heisst es im Bundesamt für Verkehr. Auskünfte zu einzelnen Projekten gebe es derzeit keine.