Das Open-Air-Kino auf dem Münsterplatz ist in Gefahr: Denn die Firma Salt (vormals Orange) steigt als Hauptsponsorin aus. Ist das eine Überraschung? Nicht ganz: Wenn eine Firma den Namen ändert und die Marke neu ausrichtet, überdenkt sie auch das Sponsoring. Eine Hiobsbotschaft ist es dennoch.

Offenbar gibt die Zürcher Cinerent Openair AG aber noch nicht auf: Sie suche mit Partnern nach einer Lösung, um das Open-Air-Kino weiterzuführen, schrieb sie am Donnerstag in einer Mitteilung. Doch stimmt das überhaupt? Mehrere Medien, darunter der Zürcher «Tages-Anzeiger», berichteten am Donnerstag, dass das Open-Air-Kino in Basel definitiv nicht mehr stattfinden werde. Die Situation ist offenbar kompliziert.

«Wir wollen uns auf das Open-Air-Kino in Zürich konzentrieren und haben jenes in Basel abgesagt», sagt Cinerent-Chef Peter Hürlimann. Von den lokalen Partnern sei er aber um mehr Zeit für die Sponsorensuche gebeten worden. Das Basler Standortmarketing und die Basler Kantonalbank (BKB) möchten das Basler Open-Air-Kino retten. «Bis Anfang Oktober müssen genug Sponsoren gefunden werden, ansonsten kann das Open-Air-Kino 2016 nicht stattfinden», sagt Hürlimann.

«Die Chancen stehen fifty-fifty»

Ist die Sponsorensuche erfolgreich, könnte das Kino nur noch durch Einsprachen verhindert werden: Für 2016 braucht es wieder eine neue Bewilligung, wie alle drei Jahre. «Die Chancen für ein Open-Air-Kino 2016 stehen fifty-fifty», sagt Hürlimann.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich das Basler Open-Air-Kino der Apokalypse nähert. Schon im vergangenen Jahr hiess es, dass das Open-Air-Kino vor dem Aus stehe. Dies, nachdem die Basler Regierung die Unterstützung aus dem Lotteriefonds beendete – oder nicht mehr erneuern durfte. Der Grund: Die Basler Regierung hatte bei der Verwendung von Lotteriegeldern den gesetzlich vorgegebenen Rahmen für die Vergabe von Lotteriegeledern weit überschritten, urteilte das Bundesamt für Justiz im Herbst 2014.

Konkret: Zu viele kommerzielle und nicht gemeinnützige Veranstaltungen wurden unterstützt, darunter das Open-Air-Kino. Über die bundesgesetzlichen Vorgaben konnte sich die Basler Regierung nicht mehr länger hinwegsetzen. 2013 sprach die Regierung 25 000 Franken aus dem Lotteriefonds, 2014 waren es 50 000 Franken. Die Beiträge ermöglichten es, das Open-Air-Kino als «Volkskino» zu positionieren; der Eintritt kostete fünf Franken. Dieses Jahr, ohne Swisslos-Beitrag, kosteten die günstigsten Tickets zehn Franken.

BKB schon bisher involviert

Wer soll nun die Wiedergeburt des Open-Air-Kinos ermöglichen? Die Basler Kantonalbank ist einer der lokalen Partner, der als Titelsponsor einspringen könnte. Die Bank war schon bisher neben Salt und dem Versicherungskonzern Zurich einer der drei Hauptsponsoren. «Wir sind offen für ein Folgeprojekt und prüfen derzeit verschiedene Möglichkeiten.

Als regionaler Titelsponsor einzusteigen, ist eine davon», sagt BKB-Mediensprecher Michael Buess. «Doch zuerst müssen wir mit dem Veranstalter zusammensitzen. Im Gespräch mit ihm ergeben sich allenfalls andere Möglichkeiten, sich für das Kino zu engagieren», so Buess. Den Entscheid von Salt bedauert die BKB: «Wir waren seit 2010 Partner und hatten eine tolle Zusammenarbeit.»

Ebenfalls Sponsor des Open-Air-Kinos, wenn auch im kleinen Rahmen, ist die Brauerei Unser Bier. Sie hat das Kino bisher mit 5000 Franken jährlich unterstützt. Nun, wo das beliebte Sommerkino vor dem Aus steht, startete die Brauerei am Donnerstag einen Aufruf an die anderen Firmen in der Region Basel, sich für den Erhalt des Kinos einzusetzen. Istvan Akos, Geschäftsführer der Brauerei, sagt: «Der Wegfall des Kinos wäre ein grosser Verlust für die Stadt.» Er wünscht sich, dass die Kantonalbank nun andere Firmen begeistert.

Hohe Preise bringen nichts

Höhere Eintrittspreise könnten das Kino nicht retten, meint übrigens Peter Hürlimann: «Eine Preiserhöhung ist ein Nullsummenspiel, denn die Filmverleiher sind am Ticketverkauf prozentual beteiligt, mit bis zu 50 Prozent. Mit höheren Preisen würden wir zudem Kunden verlieren.»

Der neue Hauptsponsor müsste einen ziemlich grossen Betrag in das Open-Air-Kino investieren. Bisher kamen zwei Drittel aller Einnahmen aus dem Werbe- und Sponsoringbereich. 75 Prozent davon stammten von Orange respektive Salt. Zusammengerechnet: Salt zahlte die Hälfte der Kino-Kosten.