17 Uhr am Bahnhof SBB: Die letzten Pendler quetschen sich ins vollgestopfte Tram. Draussen herrschen über 30 Grad, die Fahrt fühlt sich an wie ein Sauna-Besuch.

Das Klima im Tram ist offenbar ein grosses Thema bei den Basler öV-Nutzern. Um häufig gestellte Fragen zu klären, luden die BVB am Dienstag zu einer Medieninformation. «Bei hohen Temperaturen im Feierabendverkehr stossen die Klimaanlagen an ihre Grenzen», erklärt Michel Baudraz, Bereichsleiter Entwicklung und Projekte bei den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB). Besonders herausfordernd sei, dass sich die Luft im Fahrzeug ständig verändert, so Baudraz.

«Jede halbe Minute steigen Leute ein und aus, es kommt Luft von aussen ins System.» Bei Regen oder Hitze kann auch eine zu hohe Luftfeuchtigkeit zum Problem werden. Ganz anders als bei einem Auto oder einem Zug, bei denen die Fahrtstrecken viel länger sind. Sind die Aussentemperaturen so hoch wie in den vergangenen Tagen, laufen die Klimaanlagen in den Trams bis 21 Uhr auf Hochtouren.

Der Fahrer hat keinen Einfluss

Auch wenn es sich so mancher Pendler wünscht, können die Tramwägen bei 30 Grad aber nicht auf angenehme 20 heruntergekühlt werden. Bei sommerlichen Temperaturen schaltet die Anlage in den Klimamodus. Dabei orientiert sie sich an der Aussentemperatur und kühlt das Tram höchstens fünf Grad tiefer. So will die BVB vermeiden, dass wegen zu hohen Temperaturunterschieden Kreislaufprobleme bei den Fahrgästen entstehen. Das Fahrpersonal hat keinen Einfluss auf die Klimaanlage in den Wagen, die mit Sensoren gesteuert wird.

Fast alle BVB-Trams sind mit Klimaanlagen ausgerüstet. Auf dem Dach der neuen Flexity-Flotte befinden sich je drei Anlagen, jede wiegt rund 450 Kilogramm. Auch die älteren CombinoWagen sind klimatisiert. Einzig die Motorwagen «Cornichon» haben zur Klimaregulierung nur die Fenster.

Diese Wagen sind noch auf den Linien 2 und 6 anzutreffen, jeweils am Anfang und Ende der Komposition. «Wer also im Sommer auf Nummer sicher gehen will, der steigt auf diesen Linien in die mittleren Anhänger, die haben eine Klimaanlage», sagt Baudraz.

Die neuen Trams machen sich bis jetzt sehr gut, was die Klimaanlagen betrifft. Kältesystemfachmann Beat Sarti ist zufrieden: «Es gibt nur sehr wenige Störungen». Man lerne die Fahrzeuge auch immer besser kennen und könne Störungen schneller beheben.

Ein gut klimatisiertes Tram kostet auch ganz schön viel Energie. Nur die Hälfte des gesamten Verbrauchs fällt auf den eigentlichen Antrieb des Trams. «Der Rest wird grösstenteils von der Klimaanlage, der Beleuchtung und der Fahrgastinformation verbraucht», erklärt Baudraz.