Mehr und mehr konkretisiert sich das Vorhaben von einem Ozeanium an der Basler Heuwaage. Seit Freitag liegen Berichte der vorberatenden Grossratskommissionen vor. Sie zeigen: Es gibt Kritiker des Grossprojekts. Dennoch hat der Zolli in allen Kommissionen Mehrheiten gefunden. Auch die Regierung scheint dem Aquarium wohlgesinnt. Das zeigen Details des Berichts.
Für das Baurecht auf der Heuwaage etwa muss der Zolli gerade einmal 50 Franken pro Jahr bezahlen – für 4300 Quadratmeter. Ein Schnäppchen, ein marktkonformer Preis läge gemäss Regierung bei ungefähr 21'500 Franken pro Jahr.

Im Bericht der Bau- und Raumplanungskommission (BRK) steht noch ein weiterer Vergleich: «Das geplante Multiplexkino-Projekt hätte einen Baurechtszins von rund 500'000 Franken pro Jahr erwirtschaftet.» Auch bezüglich der Laufzeit des Baurechtsvertrags muss sich der Zolli keine Gedanken machen. Zwei Optionen auf Verlängerung ermöglichen eine Nutzung für die nächsten hundert Jahre. Weil es sich beim Zolli um ein Angebot im öffentlich-kulturellen Bereich handelt, wird nicht einmal eine Mehrwertabgabe fällig.

Die BRK zeigt sich optimistisch, dass kein zweites Kunstmuseum-Debakel droht: «Die Kommission geht aufgrund der vorliegenden wirtschaftlichen Daten davon aus, dass der öffentlichen Hand durch den Bau und Betrieb des Ozeaniums keine Kosten entstehen.» Das bewerteten Teile der mitberichtenden Kulturkommission vor einem halben Jahr anders. Damals machte die «Schweiz am Wochenende» publik, dass sich fünf Grossräte skeptisch bezüglich der wirtschaftlichen Tragfähigkeit zeigten und sich deshalb ihrer Stimme enthielten. Auch in der BRK enthielten sich drei Kommissionsmitglieder, neun fanden den Rat der Regierung aber gut.

Konzept gegen Parksuchverkehr

Komplett einig war sich die Umwelt- und Verkehrskommission: Sie stimmt zu, verlangt aber ein Mobilitätskonzept. Das Begehren kann die BRK nachvollziehen. Mit einem solchen soll der Parksuchverkehr in den umliegenden Quartieren reduziert werden. Auch hier schreibt aber die BRK, der Zolli sollte «durch dieses Konzept nicht eingeschränkt werden».