Es ist gar nicht so einfach, den Finanzhaushalt von Kantonen miteinander zu vergleichen. Auf dieser Ebene spielen Faktoren, die sich nicht auf den ersten Blick aus den Zahlen herauslesen lassen. Städte sind grundsätzlich teurer als weniger dicht besiedeltes Gebiet. Zu diesem Schluss kam schon die Basler Finanzkommission, als sie die Generelle Aufgabenüberprüfung der vergangenen Legislatur beurteilen musste. Das Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Economics hatte sich an interkantonalen Vergleichen versucht. «Benchmarking» heisst das in der Wirtschaft. Es soll vermitteln, wie gut eine Organisation wirtschaftet.

In diesem Feld haben sich verschiedene Parameter durchgesetzt. Der bekannteste ist die Staatsquote. Diese bemisst das Verhältnis folgender beider Grössen: die Wirtschaftskraft, besser bekannt als BIP, im Verhältnis zu den Ausgaben. Grob auf den Menschen übertragen bedeutet dies: der Wert der gesamten Arbeitsleistung und Vermögen eines Jahres im Verhältnis zu allem Erworbenen. Das Blöde: Die Eidgenössische Finanzverwaltung weist die Staatsquote für die einzelnen Kantone nicht aus. Sie schlägt auf Anfrage stattdessen eine Annäherung, eine sogenannte Ausgabenquote vor.

Diese setzt ebenfalls BIP und Ausgaben in ein Verhältnis zueinander. Von der Staatsquote unterscheidet sie sich darin, dass die verschiedenen Daten nach unterschiedlichen Modellen erhoben werden. Aber immerhin: Es sei ein «Anhaltspunkt». Ein Vergleich über alle Kantone zeigt: Basel-Stadt befindet sich im hintersten Viertel, vor wirtschaftlich schwachen Regionen wie Wallis, Uri und der Jura. Das ist nicht weiter erstaunlich, aufgrund des genannten Nachteils, ein Stadtkanton zu sein. Es offenbart sich aber auch: Basel steht deutlich besser da als Genf und nur unwesentlich schlechter als der gesamte Kanton Bern.

Die Eidgenössische Finanzverwaltung schlägt noch zwei weitere Annäherungsformeln vor. Die einfachste davon: die Ausgaben pro Kopf. Knapp 5 Milliarden Ausgaben, verteilt auf knapp 200'000 Einwohner ergibt: Rund 25'000 Franken gibt der Kanton Basel-Stadt jährlich für jeden Bewohner und jede Bewohnerin aus. In dieser Tabelle ist Basel-Stadt einsamer Spitzenreiter. Mit deutlichem Abstand folgt Genf mit zirka 18'000 Franken, dahinter wieder mit einigem Abstand der Jura, Graubünden, Waadt und Neuenburg.

Dass Basel-Stadt, um den Stadt/Land-Effekt bereinigt, nicht aus dem interkantonalen Rahmen fallen würde, zeigt folgendes Gedankenexperiment: Rechnet man die beiden Basel zusammen, kommt der fiktive Kanton noch hinter Genf zu liegen – obschon es in der Realität dann zahlreiche Überschneidungen beim Angebot der Verwaltung gäbe.

Kritiker könnten an diesem Punkt einwenden: Die Ausgaben umfassen das ganze Spektrum der Kantonsleistungen. Deshalb schlägt die Eidgenössische Finanzverwaltung noch einen letzten Vergleich vor, der sich nur auf die Kosten der Verwaltung beschränkt. Wie viel Geld in die Taschen der Verwaltungsangestellten fliesst, dürfte insbesondere die Kritiker des Staatsapparats interessieren. Rund ein Drittel der Gesamtausgaben eines Jahres gibt Basel-Stadt für Löhne der Kantonsangestellten aus. Damit befindet sich Basel-Stadt auf dem sechsten Platz. Hinter Zürich und Genf zwar, aber noch vor Bern.

Das ist wohl auch die Realität: Basel-Stadt befindet sich bei den Ausgaben im städtischen Mittelfeld.