Der Basler Schnitzelbangg «Schunggebegräbnis» pflegt eine liebgewonnene Tradition, indem er jedes Jahr einen Vers mit den Worten beginnt:

«Bisch gärn ainsam und elai, hesch nach Stilli s’ Verlange»

Dem Einstieg folgt jeweils der Ratschlag, ins Stücki zu gehen – oder eine vergleichbar menschenleere Örtlichkeit. Menschen hat es derzeit im Einkaufscenter noch weniger. Doch still ist es nicht. Schon in der Tiefgarage dröhnt der Bass von Presslufthämmern. Das Stücki wird umgebaut, es befinde sich in einer «Transformationsphase».

Das ist deutlich zu sehen: Zwischen dem Essbereich und der Migros-Filiale befindet sich kein einziger Laden mehr. Ein improvisiertes Schild weist den Weg, den zu beiden Seiten hohe Holztrennwände säumen. Die Leere zeigt sich auch auf den Lageplänen, grosse Flächen sind grau. Zwar steht auf der Website des Shoppingcenters noch etwas von 30 Geschäften – aufgeführt sind aber nur noch 19.

Das ist durchaus gewollt: Im vergangenen Herbst hatte das Shoppingcenter angekündigt, sich zu einem Erlebnispark mit Multiplex-Kino zu wandeln. Überall hängen deshalb jetzt Plakate, auf denen steht: «Wir bauen um. Und bleiben offen.» Es klingt wie eine Durchhalteparole. Für die Angestellten bedeutet es im Moment vor allem eines: weniger Kundschaft. Die bz hat sich vor Ort umgehört, überall klingt es gleich. «Es kommen deutlich weniger Leute während des Umbaus als früher» Und: «Manche Kunden meinen, das Stücki habe geschlossen.»

Öffnungszeiten verkürzt

Vor allem die Laufkundschaft fehle, nun, da ein Grossteil der Läden dicht gemacht hat. Wer jetzt noch shoppen geht, der steuert gezielt einen Laden an. Besonders stark merkt dies das Dekorationsgeschäft «Depot»: Es schliesst per 10 März seine Türen. Bis dahin sollen verkürzte Öffnungszeiten das Verlustgeschäft möglichst klein halten.

Das Stückicenter hat die Regeln für seine Mieter diesbezüglich gelockert. Viele Ladenbesitzer machen deswegen erst um 10 Uhr auf und und schliessen bereits um 19 Uhr. Davon war in einer – naturgemäss euphorischen – Medienmitteilung von Anfang Monat noch keine Rede. Mit der Massnahme lässt sich eine Schicht einsparen, berichten zwei Verkäufer eines Kleiderwarengeschäfts. Für sie selbst ergeben sich daraus Lohneinbussen. Das Shopping kommuniziere schlecht und überlasse den Geschäften die Probleme, sagen sie.

«Die Frequenz hat jetzt während des Umbaus sicher abgenommen», ist sich auch Stücki-Chef Christian Mutschler bewusst. Die Vorwürfe, er komme Mietern in der schwierigen Situation nicht entgegen, zerstreut er aber. «Wir hatten mit allen Mietern Kontakt und sie über die Transformation in Kenntnis gesetzt», sagt er. Zu vertraglichen Details, etwa zu Mietreduktionen, äussere er sich nicht in der Öffentlichkeit.

Das Stücki inzwischen verlassen hat auch die Kaffee-Kette «Starbucks», und bereits im vergangenen Jahr meldete «H&M» seinen Wegzug. Für Mutschler ist das aber derzeit kaum Grund zur Besorgnis, vielmehr sieht er die neue Strategie auf Kurs. Immerhin kann er mit dem Sportwarenladen «Bächli Sports» bald einen neuen Mieter begrüssen. Dieser zieht noch dieses Jahr von der Markthalle ins Stücki – spätestens im Herbst soll es so weit sein. Geplant ist zudem eine neue Buvette am renaturierten Wiese-Ufer.

Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich noch bis Oktober 2018. «Wir befinden uns diesbezülich im Zeitplan», sagt Mutschler. Ab dann sollen die auch die Kinosäle möglichst voll mit Menschen sein.