Die Fakten sind mittlerweile geschaffen. Wegen Geldmangels musste das Schweizer Sportmuseum im vergangenen September die Segel streichen. Die Sammlung auf dem Dreispitz-Areal geht an den Sportdachverband Swiss Olympic. Dennoch ist nun im Grossen Rat nochmals Enttäuschung über die Rolle der Basler Regierung aufgeflammt: Vom «tragischen Beispiel eines kulturpolitischen Versagens unseres Kantons» spricht SP-Fraktionschef Thomas Gander.

Schon im März 2017 hatte Gander die Basler Regierung dazu aufgefordert, beim Sportmuseum eine Vorwärtsstrategie einzuschlagen. Immerhin hatte der Grosse Rat mehrfach seinen Willen bekundet, das Museum weiter zu unterstützen. Die Regierung aber hatte sich immer dagegen gewehrt.

Nun empfiehlt sie dem Parlament, Ganders Vorstoss abzulehnen. Schliesslich habe auch der Bund seine Subventionen eingestellt, was die Regierung in ihrer Haltung bestärkt habe. So komme das Sportmuseum in der Museumsstrategie explizit nicht vor. Es liege ausserhalb der von der Regierung definierten Schwerpunkte. Und vor allem: Das Sportmuseum ist nicht mehr.

Auch wenn die Basler Regierung indirekt bereits Tatsachen geschafft hat: Gander hätte aufgrund der Willensbekundungen des Grossen Rats mehr erwartet. «Dieses spürbare Desinteresse frustriert einfach», kommentiert der SP-Fraktionschef.

Die Regierung versuche nun, die Schuld auf den Bund abzuschieben. «Sie sollte wenigstens ehrlich sein: Sie wollte das Sportmuseum ohnehin nie.» Der Kanton habe sich mit seinem Verhalten eine grosse Chance vergeben, ein einzigartiges sporthistorisches Museum zu beherbergen. (dba)