SP-Präsident Christian Levrat erinnerte daran, dass es ohne soziale Gerechtigkeit keinen Frieden gebe. «Wir stehen für die internationale Zusammenarbeit ein und lehnen jede Form des Nationalismus ab», sagte Levrat gemäss Redetext weiter. Neben dem SP-Präsidenten machten sich weitere prominente Rednerinnen und Redner Gedanken über sozialdemokratische Friedensvisionen.

Unter anderen der SPD-Politiker und frühere deutsche Minister Erhard Eppler: «Ich habe meine Zweifel, ob ein Europa lebensfähig und friedensfähig bleiben kann, wenn die Regierungschefs der einzelnen Nationalstaaten alles tun, um ihren Wählerinnen und Wählern berichten zu können, wie wenig sie für dieses Europa bezahlen mussten und wie viel sie in Brüssel für die eigene Nation herausgeschlagen haben», mahnte er.

Am 24. und 25. November vor hundert Jahren fand in Basel der Friedenskongress der Sozialistischen Internationale statt. 500 Delegierte waren zugegen, über 10'000 Menschen demonstrierten gegen den drohenden Weltkrieg.

Dazu aufgerufen hatte die Zweite Internationale, ein 1889 gegründeter Zusammenschluss sozialistischer und sozialdemokratischer Parteien. Hintergrund war die wachsende Furcht, dass sich regionale Auseinandersetzungen zum Krieg der Grossmächte in Europa ausweiten könnten.

Höhepunkt des Basler Kongresses war die Friedenskundgebung im Münster am Sonntagnachmittag des 24. November. Als Redner stiegen grosse Namen der sozialistischen Bewegung jener Zeit auf die Münsterkanzel: Jean Jaurès, Hugo Haase, James Keir Hardie, Herman Greulich, Janko Sakasoff, Victor Adler und Ignacy Daszynski.