Auf die bisher unbekannte Siedlung am Haselrain sei man bei Aushubarbeiten für einen Neubau mit Eigentumswohnungen gestossen, teilte das Basler Präsidialdepartement am Mittwoch mit. Die Siedlung liegt auf einer hochwassersicheren Niederterrasse des Flusses Wiese zwischen zwei heute nicht mehr sichtbaren Bächen.

Entdeckt wurde die etwa 1300 vor Christus gegründete Siedlung unter einer zwei Meter dicken Lösslehmschicht. Schon früher waren in Riehen Funde aus der Bronzezeit gemacht worden. Erstmals könne in der Gemeinde jetzt aber dank der aussergewöhnlichen Erhaltungsbedingungen ein Siedlungsabschnitt aus dieser Epoche untersucht werden, heisst es in der Mitteilung.

Weil die Häuser damals aus Lehm und Holz gebaut wurden, ist es nach Angaben der Basler Kantonsarchäologie schwierig, Siedlungen aus der Bronzezeit überhaupt aufzufinden. In Riehen sind von den Häusern denn auch nur noch schwach erkennbare Pfostengruben erhalten geblieben sowie schmale Gräben, die von den Hauswänden stammen.

Gefunden wurden dagegen neben hunderten von Keramikscherben auch Steinwerkzeug sowie wenige Brocken gebrannten Lehms. Von besonderem wissenschaftlichem Interesse ist gemäss Mitteilung eine drei Meter lange schmale Brandgrube. Ob dort Nahrungsmittel gedörrt oder Flachs für die Herstellung von Kleidern geröstet wurde, ist noch unklar. Möglicherweise wurde die Grube auch für rituelle Zwecke genutzt.

Vor ein Rätsel stellt die Archäologen eine weitere Grube. Gefunden wurden dort deutlich ältere Keramikscherben, die möglicherweise aus dem Ende der Jungsteinzeit stammen. Nun muss untersucht werden, ob an der Fundstelle schon 1000 Jahre früher Menschen gelebt haben.