Simon Lutz hat ein Problem. Nachdem er bei der Stiftung, die den Neubau der Kuppel in die Hände nehmen will, entmachtet wurde, droht nun neues Ungemach. Das Baudepartement scheint auch am Ende seines Geduldsfadens angekommen zu sein, nachdem Lutz mit seiner jahrelangen Hinhaltetaktik immer wieder Sand ins Getriebe der Erneuerung des Nachtigallenwäldelis gestreut hatte.

Die Wand im Park

Nun, da diese Erneuerung abgeschlossen ist, ist man bei der Stadtgärtnerei alles andere als erfreut über den neusten Streich von Lutz. Der hat nämlich rund um sein Restaurant Acqua einen geschützten Bereich geschaffen. Mit grossen Holzkisten, Bambuspflanzen und Ähnlichem hat er einen grosszügigen Bereich für ein Gartenrestaurant abgetrennt. «Herr Lutz hat den Bereich der Parzelle abgehagt, auf dem die Kuppel gebaut werden soll», sagt Emmanuel Trueb, Chef der Stadtgärtnerei.

Einmal abgesehen davon, dass man bei der Stadtgärtnerei offenbar grössere Zweifel daran hegt, dass die neuen Kuppel je gebaut werden wird, ist man darob wenig erbaut: «Simon Lutz beansprucht dieses Stück des nun öffentlichen Parks für seine Aktivitäten». Das sei ein Stück weit auch Lutz’ gutes Recht, schliesslich habe ihm Immobilien Basel-Stadt den Teil ja auch im Baurecht abgetreten. Aber unter klaren Bedingungen.

Spazieren in der Beiz

Thomas Gerspach von der Grünplanung der Stadtgärtnerei sagt: «Gemäss Baurechtsvertrag muss diese Parzelle begehbar sein, für jeden und ohne Konsumzwang.» Es handle sich hierbei um eine «öffentliche Durchwegung», wie dieses allgemeine Begehungsrecht im Fachjargon heisst. Diese dürfe nicht eingeschränkt werden. «Der Betreiber könnte auch einen Zaun bauen, aber der müsste am oberen und unteren Ende ein permanent geöffnetes Tor aufweisen», so Gerspach weiter.

Das sei Haarspalterei hört man von Passanten im Nachtigallenwäldeli: «Ich komme doch nicht auf die Idee, dass ich hier durchgehen darf, da gehe ich ja mitten durch die Beiz», sagt eine ältere Dame.

In Spezialfällen erlaubt

Absperren dürfte Lutz den Bereich nur für Sondernutzungen, etwa für das Aufstellen seiner Fondue-Baracke oder befristete Nutzungen während einer Messe. «Das muss er sich dann aber gesondert bewilligen lassen», betont Gerspach. Und zwar vom Bau- und Gastgewerbeinspektorat, das auch einem anderen Verdacht nachgehen müsste, den die Stadtgärtnerei äussert: Dass Lutz seine Gartenwirtschaft mit der neuen Umhagung unzulässigerweise erweitert habe.

Beim Bau- und Gastgewerbeinspektorat, das genau wie die Stadtgärtnerei zum Bau- und Verkehrsdepartement gehört, war niemand verfügbar, der die Anfrage der bz hätte beantworten können. Auch der Versuch, den angesprochenen Gastwirt Simon Lutz mit den Vorwürfen der Stadtgärtnerei zu konfrontieren, blieb erfolglos.

Ein ähnliches System, wie es jetzt im Nachtigallenwäldeli gelten sollte, gibt es übrigens funktionierenderweise andernorts in der Stadt. Der Solitudepark ist öffentlich jederzeit zugänglich, obwohl er sich auf einer Baurechtsparzelle der Firma Roche befindet.