Trachten. Man sieht sie mittlerweile doch recht selten. Besonders in Basel. Dafür muss man dann schon nach Zürich, an den Kinderumzug am Sonntag vor dem Böögg-Verbrennen. Hier toben sich die Folkloristen aus, hier begeht man die kleine Runde rund um die Limmat mit Kostümen ohne Ende. Und zumindest mit letzteren konnten die Basler Kinder tüchtig aufwarten.

Der Gastkanton stellt traditionellerweise auch eine Delegation für den Kinderumzug. Und was taten die Basler also, an der Spitze des Zuges? Genau: Kostüme tragen. Waggis, Ueli, Blätzlibajass, das sind die Basler Trachten, die durch Zürich ruessten. Als Repräsentant, gleich hinter den Reitern, die den Umzug eröffnen: Die Junge Garde der Junteressli.

Stadtlauf, Rheinschwimmer – und ein Turm

Dazu die Schulklassen, eingekleidet in urbane Sujets. Hier der Stadtlauf, dort die Rheinschwimmer, und da wankte auch ein symbolischer Roche-Turm vorbei, der derzeit ja noch seines Zwillings harrt. Die Knabenkantorei sang, die Trommelakademie, nun ja, sie machte ihrem Namen alle Ehre. Rund 160 Kinder waren es, die Basel an der Spitze vertraten. Dann begann der ganze weitere Tross - der sich rund zwei Stunden lang an der Zuschauermenge vorbeischlängelte. Insgesamt nahmen rund 3200 Kinder daran teil.

Glänzende Augen bei Gross und Klein am Kinderumzug

Glänzende Augen bei Gross und Klein am Kinderumzug

Rund 3200 stolze Kinder ziehen am Sechseläuten-Sonntag in prächtigen Kostümen an ihren gerührten Angehörigen vorbei durch die Innenstadt.

Der Kinderumzug der Zürcher Zünfte besticht vor allem durch die Auswahl an historischen Kostümen für die Kleinen und Kleinsten. Man beruft sich auf Tradition, auf rund 900 Jahre Geschichte – und eben Trachten. Ein Maibaum in Basel? Eher ungewöhnlich. Ein Maibaum aber in Zürich? Die Attraktion schlechthin: Mütter drängen sich nach vorne, um ihre Töchter irgendwie noch schnell auf einem Handybild festhalten zu können, während sich die blauen und weissen Bändel um den Stamm wickeln.

«In diesem Kostüm sieht man meine Muckis»

«In diesem Kostüm sieht man meine Muckis»

Aufregung heute im Kirchgemeindehaus Neumünster im Seefeld: Beim Kostümverleih für den Kinderumzug am Sechseläuten, bekamen die Kinder ihre Kleider.

Gemeinsam und doch einsam

Der baslerische Kontrapunkt: Das kleine Spiel des Vogel Gryff, das als Inbegriff der Ehrengesellschaften ebenfalls mit alter Gewandung und Uniform auf sich aufmerksam macht. Zwei Städte, deren Gemeinsamkeiten bei diesem Gastauftritt am Sechseläuten so sehr betont wurden, und ein doch ganz anderer Umgang mit Traditionen – dargestellt am Umzug der Jüngsten.

Zürcher und Basler kommen sich näher

Zürcher und Basler kommen sich näher

Der Sechseläuten-Gastkanton Basel Stadt hat sich auf dem Lindenhof schon gut eingelebt und präsentiert sich den Zürchern von seiner besten Seite.

Es ist einer der Höhepunkte der «scheenschte drey Dääg» der «Ziircher», wie es die Basler Regierunspräsidentin am Eröffnungsakt vom Freitag noch gesagt hatte. Am Montag findet der Schlussakt statt, das Sechseläuten, Feiertag in Zürich und grosse Feier der bürgerlichen Vergangenheit der Stadt: Der Umzug der Zünfte mit anschliessendem Verbrennen des Böögg. Der markierte am Sonntag den Schluss des Kinderumzugs und wird heute Montag punkt 18 Uhr von den Erwachsenen auf dem Sechseläutenplatz den Flammen übergeben. Befeiert und befeuert natürlich von Menschen in Trachten.

Basel schenkt Zürich eine Fasnachtslaterne

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Was normalerweise 100 Stunden dauert, gestaltet der Laternenkünstler Christoph Knöll in weniger als 3 Tagen.

Sechseläuten: Wird aus Hassliebe eine dicke Freundschaft?

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So berichtete Tele Züri über den Empfang des Gastkantons Basel-Stadt in Zürich.