Bereits Goethes Zauberlehrling musste am eigenen Leib erfahren, dass es zu viel des Guten gibt, als er klagte: «Die ich rief, die Geister werd ich nun nicht los». Und so gibt es auch zu viel des Erfolgs, den sich eigentlich alle Eventveranstalter wünschen. Das musste im letzten Jahr das «Sun.set-Open-Air» im Park der Fondation Beyeler erleben. In Zusammenarbeit mit dem Basler Club Nordstern hatten sie im vergangenen Juni zur Party nach Riehen geladen, doch mit den gut 3000, die sich für die Party vor den Toren des Museumsgartens einfanden, hatten sie nicht gerechnet. Auf Social Media Plattformen hagelte es Kritik: Die Wartezeiten seien zu lange gewesen und das Gedränge unerträglich.

Silke Kellner, Mediensprecherin der Fondation Beyeler, räumt ein, dass «der erste Sun.set mit einer unerwartet grossen Anzahl von Besuchern zu einer starken Auslastung der beschränkten Kapazitäten des Parks und der Veranstaltungsinfrastruktur führte». Da die Organisatoren damals bereits drei weitere «Sun.Set»-Events für den Rest des Sommers geplant hatten, mussten sie schnell reagieren. Die Veranstaltung am 8. Juli wurde abgesagt und durch eine Live-Stream Party ohne Besucher ersetzt.

Zurückhaltende Werbung

An der Idee, bekannte DJs im Freien und an der exklusiven Lage spielen zu lassen, hielten das Nordstern und die Fondation Beyeler allerdings fest. Die zwei weiteren geplanten Partys fanden wieder an der ursprünglichen Location statt. Und auch dieses Jahr können sich Fans wieder auf den aussergewöhnlichen Event freuen. Diesen Samstag findet «Sun.set» zum ersten Mal in diesem Sommer statt.

Während Werbung für diverse Open Airs und Festivals in der Schweiz jeden Sommer allgegenwärtig scheint, muss man nach Informationen über das «Sun.set» gezielter suchen. Wenn man sie aber findet, dann wird eines ganz deutlich gemacht: Die Ticketzahl ist beschränkt und eine Abendkasse gibt es nicht mehr. So soll es überhaupt nicht erst zu einem Andrang, wie im letzten Jahr kommen. Doch auch weitere organisatorische Anpassungen mussten nach dem Fiasko vorgenommen werden.

Mehr Sicherheit, weniger Abfall

Doch Kellner zeigt sich zuversichtlich: «Das neue Konzept konnte schon im letzten Jahr erfolgreich umgesetzt werden und wird auch dieses Jahr unter der Führung des bewährten Teams an Security und Konzertspezialisten wieder realisiert.» Zu diesem neuen Konzept gehört auch eine bessere Koordination der Anfahrtsmöglichkeit.

Ein grosser Veloparkplatz findet sich an der Wiese, von wo aus die Besucher zu Fuss zum Eingang des Museums gelangen sollen. Weil neben dem Gedränge beim Eingang letzten Juni auch das Abfallmanagement kritisiert worden war, wurde die Anzahl Abfallcontainer seither erhöht und es wird ausdrücklich gebeten, «diese auch zu benutzen.» Ess- und Trinkwaren, sowie Tiere dürfen gar nicht erst mit ins Gelände genommen werden. Für Sauberkeit, aber auch für Sicherheit sollte gesorgt sein: «Wir haben mehr Sicherheitspersonal und arbeiten mit dem gleichen bewährten Team an Security- und Konzertspezialisten zusammen», erklärt Kellner.

Open Air geht in die dritte Runde

Dieses Jahr gehen die «Sun.set»-Abende in die dritte Runde. Jetzt überwindet das Sommer-Open-Air hoffentlich auch die Negativschlagzeilen der letzten Saison. Die Namen, die dieses Jahr in den Beyeler-Park locken sollen, sind auf jeden Fall vielversprechend. Auf seiner Website wirbt das Nordstern mit dem «Feinsten, dass man sich in Sachen zeitgenössischer Electronica gönnen kann.» Dazu gehört beispielsweise das deutsche DJ-Kollektiv «Âme», das sich seit einigen Jahren in der House-Szene einen Namen gemacht hat.

Diesen Samstag mit dabei ist ausserdem der Zürcher DJ Jimi Jules. Eine Afterparty mit den Künstlern wird später am Abend im Nordstern selbst folgen. Weiter geht es dann am 14. Juli mit dem Iranisch-Amerikanischen Elektro-Produzent Dubfire. Die Events im Museumsgarten werden bis im September an jeweils einem Samstag im Monat stattfinden.

 

Tickets sowie weitere Informationen über das Open Air auf www.residentadvisor.net.