Das Entsetzen war gross. Mit ihrem Sujet «Vereinigte Klein-Basler» hatte die Alte Garde der Alten Stainlemer an der diesjährigen Fasnacht mehr als nur Irritation ausgelöst. Das Sujet: Überfremdung im Kleinbasel. Die Tambouren traten als Afrikaner, Türken, Islam-Prediger oder Albaner auf. Auf der Ladärne wirds noch direkter: «Was schyyns sich Mänggi wünsche wurde, nit z vyyl Dirgge, Serbe, Kurde.»

Das ging selbst dem Stammverein und der Jungen Garde zu weit. In einer Medienmitteilung distanzierten sie sich in aller Deutlichkeit von der Fremdenfeindlichkeit im Sujet der Alten Garde.

Intern soll sich am Mittwoch der Ärger laut Regionaljournal SRF gelegt haben. Rechtliche Konsequenzen könnten den Verantwortlichen auch erspart bleiben. Die Basler Staatsanwaltschaft will zumindest von sich aus keine weiteren Ermittlungen aufnehmen. «Auf den ersten Blick ist kein strafrechtlicher Tatbestand gegeben», erklärt Kriminalkommissär Peter Gill. Werde aber eine Strafanzeige eingereicht, würden die Ermittler tätig.

Allenfalls strafrechtlich relevant

Anders sieht es im Fall von Zeedeln aus, die von so genannten «Harus-Waagis 2009» in Umlauf gebracht worden sind. Unter dem Titel «Mir mache doch nid dr Näger» wird ein türkischstämmiger Student beleidigt, der die Debatte um die beiden Guggen Negro-Rhygass und Mohrekopf losgetreten hatte. Diverse Medien äusserten den Verdacht, dass Rechtsextreme hinter dem Zeedel stehen könnten.

So ist Harus nicht nur ein Gruss der rechtsextremen Frontenbewegung aus den 1930er-Jahren, sondern auch der Name der Pnos-Zeitschrift. Gegenüber dem Onlinemedium «nau.ch» bestritt Tobias Steiger, Präsident der Basler Pnos-Sektion, etwas von den Zeedeln zu wissen.

In diesem Fall prüft die Staatsanwaltschaft nun genauer, ob ein strafrechtlich relevanter Tatbestand vorliegt, bestätigt Kriminalkommissär Gill auf Anfrage. Die Palette möglicher Vergehen umfasst beispielsweise Beschimpfung oder Rassismus. Sollte ein solcher Tatbestand vorliegen, können die Strafermittlungsbehörden ein Verfahren eröffnen.