Sie zählen zu den Wahrzeichen von Basel: Für Generationen dienten die Telefonkabinen am Barfüsserplatz mit ihren charakteristischen Spitzdächern als Treffpunkt. Doch Mitte Jahr soll endgültig Schluss sein.

Die Swisscom ist fest entschlossen, sämtliche Publifone abzubauen – im Handyzeitalter rentieren sie schlicht nicht mehr. Auch Basels Kult-Kabinen sollen weg.

Die bz hatte im vergangenen Herbst darauf aufmerksam gemacht und unter ihren Lesern eine Umfrage gestartet, wie das Häuschen künftig genutzt werden könnte: Vorgeschlagen wurde fast alles, von einer Büchertauschbörse bis zum Mini-Ozeanium.

Teil der Ausgangskultur

Mit dem abrupten Ende aber wollen sich das Komitee Kulturstadt Jetzt sowie Basler Grossräte von links bis rechts nicht einfach abfinden. «Die Kabinen am Barfi sind für viele fester Bestandteil ihrer Jugend und erfreuen sich im Basler Gedächtnis grosser Beliebtheit», findet die Grüne Jo Vergeat. Als regelmässiger Treffpunkt seien sie Teil der Basler Ausgangskultur. Eingeweiht worden sind sie vor der Herbstmesse 1979; im Herbst hätten sie ihren 40. Geburtstag feiern können.

Mit einem Vorstoss fragen die Politiker die Regierung nun an, ob die Kabinen gerettet und als Stück neuerer Basler Geschichte ins Historische Museum Basel (HMB) überführt werden können.

Noch harzt die Übernahme

Tatsächlich bemüht sich das Museum schon länger um eine Übernahme der wohl bekanntesten Publifone der Nordwestschweiz. Angedacht sei, das markante Häuschen in die Abteilung für Zeitgeschichte aufzunehmen, hatte die bz bereits im vergangenen Herbst berichtet. Immerhin hätten die Kabinen «fast schon Kult-Status».

Auch die Swisscom biete Hand für eine Abgabe, liess sie damals verlauten. Falls jemand die Kabinen übernehmen wolle, könne er sie gratis haben.

Diskussionen mit Swisscom und der Allmendverwaltung seien noch am Laufen, sagt Museumssprecher Andreas Mante. Dabei gehe es in erster Linie um organisatorische Fragen. «Wir haben auch weiterhin Interesse an den Kabinen. Noch ist aber kein definitiver Entscheid gefallen, ob wir sie auch tatsächlich übernehmen.»

Einer der drei Ausstellungsorte des HMB ist die Barfüsserkirche. Stünden die Kabäuschen dort, wären sie beinahe zu Hause – nur einige Meter von ihrem heutigen Standort entfernt.

«Mit unserem Vorstoss wollen wir dem Museum nochmals den Rücken stärken, damit die Übernahme möglichst klappt», sagt Vergeat. Gleichzeitig plant das Komitee Kulturstadt Jetzt bereits eine kleine Abschiedsfeier für die Telefonkabinen. «Via Facebook haben wir auf die Idee sehr viele positive Reaktionen erhalten.

Und die Parlamentarier haben auch schon Ideen, was mit dem Standort geschehen soll, wenn die Kabinen weg sind. Die Regierung solle prüfen, ob ein neuer Treffpunkt geschaffen werden kann. Die Politiker denken etwa an eine Skulptur oder eine «originelle und hochwertige Sitzbank».