«Das ist doof! Und elitär ist es, unbaslerisch.» Was haben sie sich die Mäuler zerrissen, die Club-de-Bâle-Kritiker – Monate bevor dieser öffnete. Wahrscheinlich haben sie Wetten abgeschlossen, wie lange das «Clübli», wie manche Mitglieder das Lokal nennen, überleben würde. Ein Jahr? Zwei?

Nun, die Häme liegt fast fünf Jahre zurück. Im Spätsommer 2014 eröffneten Daniela Spillmann und der verstorbene Baloise-Session-Gründer Matthias Müller das Lokal am Rheinsprung. Seither ist es still geworden um den «Members-only»-Club.

Drinnen aber, da ist was los. Mehr, als die einstigen Kritiker ahnen konnten: 125 Mitglieder zählt das «Clübli», fünf weniger als beim Start, als noch Freunde Müllers seinetwegen beitraten. Jene, die noch oder erst dabei sind, schätzen die intime Atmosphäre. Und den Chef, der weiss, wer gerne wo sitzt, und wer welchen Wein zu welchem Gang bevorzugt.

Das Stelleninserat hat es in sich

Diesen Chef kennt man im Gegensatz zu Modeschöpferin und Mitbesitzerin der Liegenschaft, Daniela Spillmann, kaum. Das ist ihm recht. Er möchte keine öffentliche Figur sein und ist es an einem Ort, wo nur Mitglieder und deren Gäste zugelassen sind, auch nicht in dem Rahmen, wie er es anderswo wäre. Je nach dem, wohin es Stephan Häberle nun zieht, lernt den Beizer vielleicht aber doch noch ein breiteres Umfeld kennen. Denn er wird den Club verlassen und sich anderen Aufgaben zuwenden, wie er in einem Stelleninserat schreibt.

Zuerst aber muss er seine Nachfolge finden. Das dürfte gar nicht so einfach werden.
Hotelfachschul- oder ähnlicher Abschluss, Empathie, Kommunikations- und Verkaufstalent, guter Umgang mit Zahlen (wobei die Preise für alle gleich sind: 12 000 Franken im Jahr, und das Mitglied kann konsumieren, bis es mehr als satt ist und die Gäste, die es mitbringt, ebenfalls). Führungskompetenz, unternehmerisches Verständnis, Wirtepatent.

Ein Top-Beizer oder eine Beizerin wird gesucht. Aber jetzt kommts: «Eine gute persönliche Vernetzung und Verwurzelung im Raum Basel ist für die Position von grossem Vorteil», schreibt Häberle. Ein perfekter Wirt also, der tout Bâle kennt und weiss, wie damit umgehen. Deren gibt es einige, die meisten sind aber besetzt. Es ist nicht jedem gegeben, immer die gleichen Leute zu bedienen, wobei auch KMU mit wechselnden Gästen dabei sind.

Entsprechend zuversichtlich ist die «Clübli»-Führung: «Hoffentlich finden wir eine adäquate Nachfolge für Stephan Häberle, wir sind guter Dinge», sagt Daniela Spillmann. Sie sei «happy» mit dem Lokal, das weiter als Privatclub geführt werde. Inzwischen tun dies die Verantwortlichen nicht mehr allein, sondern mit Unterstützung der Berest AG. Die Gastrogruppe hat das Inserat auf ihrer Website publiziert. Und Geschäftsleiter Johann Rudolf Meier sitzt inzwischen im Verwaltungsrat des Clubs.