Noch ist unklar, was die Verhandlungen zwischen den beiden Uni-Trägerkantonen Baselland und Basel-Stadt im Hinblick auf die nächste Leistungsperiode ergeben. Aller Voraussicht nach werden die Regierungen in den nächsten Wochen ihre Globalbeiträge für die Leistungsperiode 2018-2021 präsentieren.

Ebenso steht fest, dass die Universität angesichts der angespannten Finanzsituation des Landkantons von der gewünschten Globalbudgeterhöhung wird Abschied nehmen müssen. In einem Interview mit der bz sagte Vischer im Februar in Zusammenhang mit den Sparbemühungen im Baselbiet: «Wir anerkennen, dass auch die Uni den Gürtel wird enger schnallen müssen.»

Im Vorwort des Leistungsberichts 2016 stellt Vischer nun klar, dass dieser Gürtel nur vorübergehend enger geschnallt werden soll. «Wenn die Universität weiterhin im internationalen Wettbewerb bestehen soll, muss sie neben den Sparmassnahmen auch minimale Zukunftsinvestitionen tätigen können», schreibt er. Im Jahr 2022 müsse – nach Jahren stagnierender respektive sinkender Trägerbeiträge – wieder ein Globalbeitrag angesetzt werden, der die Weiterentwicklung der Universität erlaube.

Für Vischer ist die Steigerung der Staatsbeiträge unausweichlich. «Eine Universität mit hohen Qualitätsansprüchen muss sich weiterentwickeln können, sonst droht sie ins Mittelfeld abzurutschen.» Es entspreche nicht dem Selbstverständnis einer schweizerischen Universität, in den internationalen Rankings nach hinten abzurutschen. Gerade im Life-Science-Bereich müsse die Universität Basel investieren können, nicht zuletzt auch, um am Pharmastandort Basel der grossen Nachfrage nach hoch qualifizierten Wissenschaftern gerecht zu werden. Gleichzeitig hält es Vischer nicht konform zum Leistungsauftrag, dass in anderen Fakultäten zugunsten der Life Sciences abgebaut wird.

«Der politische Wille in den beiden Trägerkantonen ist nach wie vor, dass wir unserer Jugend die Gelegenheit geben, sich auch als Ökonomen, Historiker, Psychologen, Informatiker, Juristen oder Soziologen ausbilden zu lassen. Ein Abbau ist zwar möglich, aber die Einsparungen für die Kantone wären vergleichsweise gering», meint der Universitätsrats-Präsident. Zudem würde man mit einem Abbau nur einen scheinbaren Spareffekt erzielen. «Für jeden Franken, den wir als Staatsbeitrag erhalten, können wir mindestens nochmals so viel als Drittmittel erzielen, während für die Wertschöpfung in der Region noch weit mehr erwirtschaftet wird.»

Sparbemühungen selbst in Basel

Die Forderung Vischers dürfte zu reden geben – selbst im Stadtkanton. Nach dem berühmten 80-Millionen-Deal mit dem Kanton Baselland zur Rettung des Kultur- und Univertrags sagte die Basler Finanzdirektorin Eva Herzog (SP) im Oktober 2015 in einem Interview mit der bz: «Bis anhin ist der Beitrag der Kantone an die Universität Basel in jeder Leistungsperiode gestiegen. Man darf hinterfragen, ob dies auch in Zukunft so sein muss.» Herzog versprach, Sparmöglichkeiten auszuloten.

Auf Unverständnis dürften die längerfristigen Pläne der Universität im bürgerlich dominierten Baselbiet stossen. Die Partei der Bildungsdirektorin Monica Gschwind (FDP) reichte Anfang Jahr ein Bündel an Vorstössen ein, die auf eine Reduktion des Globalbudgets abzielen. Gschwind selber will sich in der heiklen Phase vor dem Verhandlungsabschluss nicht äussern. Über die Kommunikationsverantwortliche Petra Schmidt lässt sie ausrichten: «Der ausstehende Strategieprozess 2022 ff wird Klarheit darüber schaffen, wie sich die Universität langfristig weiter entwickeln wird.»