Museumsleiter Hans-Dieter Gerber sagt mit einem lachenden und einem weinenden Auge Adieu. Die Museumsstiftung wird aufgelöst, das Schweizer Sportmuseum auf dem Dreispitz geschlossen. Definitiv. Immerhin aber dürfte dessen umfassende historische Sammlung als Ganzes erhalten bleiben. Sie soll in die Obhut des Bundesamts für Sport gehen und künftig in Biel gelagert werden. Weil die Delegierten von Swiss Olympic 400'000 Franken gesprochen haben, muss die sich in Liquidation befindende Stiftung nun doch keine Objekte verkaufen.

Das Aus des Sportmuseums aber könnte auch für den FC Basel weitreichende Folgen haben. Viele der Ausstellungsobjekte im FCB-Museum sind dauerhafte Leihgaben und gehören dem Sportmuseum. Hinzu kommt der drohende Verlust des Vereinsarchivs. Schliesslich hat das Museum auch sämtliche Dokumente, die ab 1893 bis in die 1980er-Jahre auf dem Estrich des alten Landhofs abgelegt wurden, in seinen Beständen archiviert. Dieses beinhaltet Kuriositäten aus der Vergangenheit wie zum Langrauchwettbewerb unter FCBlern, zur FCB-Kegelsektion oder zum Feldberg-Cup, der einmal im Jahr auf schrägem Terrain ausgeführt wurde.

FCB hat noch keine fixen Pläne

Ist es möglich, dass solche Schätze aus der Geschichte des FCB auf immer und ewig in einer Lagerhalle des Bundes verschwinden? Werden die Regale im Club-Museum künftig leer stehen? Die Gefahr besteht: Für die Vereinsverantwortlichen ist noch unklar, wie es weitergehen soll. «Ob künftig gewisse Ausstellungsstücke im FCB-eigenen Museum im Fanshop beim St. Jakobs-Park zu sehen sein werden und ob generell allfällige Weiterentwicklungen im Bereich des FCB-Museums geplant sind, steht derzeit noch nicht fest», sagt FCB-Sprecher Remo Meister. Der Verein begrüsse aber, dass die Sammlung als Ganzes mitsamt kulturell wertvoller Objekte aus der FCB-Geschichte erhalten bleibt.

Noch-Sportmuseumsleiter Gerber seinerseits zeigt sich davon überzeugt, dass
sich das FCB-Museum auch für die Zukunft sichern lasse. Für die Objekte des Museums müsse der FC Basel einfach neue Leihverträge mit dem Bund abschliessen. Gleiches gelte für die Ausstellungsstücke in Privatbesitz. Auch hier müsste der FCB bestehende Leihverträge übernehmen. «Das sollte aber alles kein Problem sein», sagt Gerber.

Das 1945 gegründete Sportmuseum auf dem Dreispitz-Areal ist mit 12'000 Objekten, 200'000 Bildern, 150 Laufmetern Aktenarchiven sowie 11'000 Büchern und Zeitschriften die landesweit grösste Sportsammlung. Die Stiftung hatte seit Jahren mit Geldmangel zu kämpfen. Das Ende wurde besiegelt, als das Bundesamt für Kultur sowie der Kanton Basel-Stadt ihre Beiträge strichen.