Während sich die BVB über den enormen Andrang auf die im Dezember erweiterte Tramlinie 8 freuen, zeigen sich die Fahrgäste alles andere als zufrieden. Verspätungen und überfüllte Trams sorgen für Ärger. Im Dezember 2014 sprachen die BVB von einer eventuellen Verdichtung der Fahrpläne. Um ein definitives Urteil zur Nachfrage fällen zu können, müsse gemäss BVB zuerst die Untersuchung der Passagierzahlen und eine Beobachtungszeit abgeschlossen werden, erklärten sie damals.

Taktverdichtung zu Stosszeiten

Als Mitte Januar der Eurokurs sank, reagierten die BVB sofort. Zusätzliche Tramkurse transportierten die Massen an Einkaufstouristen nach Weil am Rhein. Auf Anfrage äussert sich Marc Keller, Generalsekretär des Bau- und Verkehrsdepartements Basel-Stadt, zum momentanen Stand der Dinge. Er bestätigt die Wichtigkeit der Betriebsqualität für die Tramlinie 8. Gemeinsam mit den BVB und der Gemeinde Weil am Rhein suche man nach Lösungen. «Eine Taktverdichtung würde nur Symptome bekämpfen und das Problem des Staus nicht an der Wurzel packen», erklärt er weiter.

Zu den Stosszeiten verkehren die Trams samstags bereits im 7,5 Minuten-Takt. Um Verspätungen aufzufangen, haben die BVB zu den Hauptzeiten einen Dispokurs bis Mitte des Jahres in den Fahrplan aufgenommen. Dabei handelt es sich um einen bei Bedarf einsetzbaren Kurs. Eine reguläre Verdichtung an Werktagen könne jedoch erst ab Dezember 2015 umgesetzt werden, solle die Nachfrage bestehen, sagt Keller. Anstelle der Taktverdichtung wurden alternative Massnahmen ausgearbeitet. Neben dem Dispokurs und der Verdichtung an den Samstagen soll die Signalisation zur Freihaltung des Tramtrassees verbessert werden. Immer wieder blockieren Autos die Schienen im Bereich der Grenze. Auch die Endaufenthalte werden verlängert, um einen Zeitpuffer zu schaffen.

BVB zeigen sich zuversichtlich

Die Situation habe sich den Beobachtungen des Bau- und Verkehrsdepartements zufolge wieder etwas beruhigt. «Die Verspätungen und Instabilitäten sind zurückgegangen. Seit Anfang März mussten keine Kurse mehr vorzeitig eingekürzt werden«, beruhigt Keller. Wegen Platzproblemen mussten einige Trams Anfang des Jahres bereits am Bahnhof umkehren.

Nun liegen die Verspätungen gemäss Keller an Werktagen nur noch im Minutenbereich. Grossrat Joel Thüring zeigt sich dennoch unzufrieden. Er reagierte mit einer Interpellation. «Mein Vorschlag, zusätzlich Busse einzusetzen, wurde abgelehnt, da es nicht möglich sei, alle Haltestellen mit Bussen zu bedienen. Das kann ich nicht nachvollziehen.» Das Hauptproblem liegt seiner Meinung nach nicht im Grenzgebiet. Er erhalte immer häufiger Beschwerden von den Anwohnern des Bachlettenquartiers. Keller zeigt sich hingegen zuversichtlich: «Durch die Gewährleistung der Fahrplanstabilität auf der gesamten Strecke wird sich auch die Situation im Neubad verbessern.» Dadurch, dass nun alle Trams bis Weil am Rhein fahren, beruhige sich die Situation im Falle eines Staus auch schneller, sagt Keller. Insgesamt befördert die Linie 8 im Schnitt täglich bis zu 6000 Passagiere mehr als vor der Streckenerweiterung.