Anfang August berichtete die «Schweiz am Sonntag», dass Tobias Zeindler von der Eventagentur Zappzoom das Inventar des heruntergekommenen Plaza-Clubs kaufen und dort einen neuen Club namens «Playboxx» eröffnen will. Auf Facebook gab es dafür 1000 Likes. Die Hoffnung auf einen Beitrag gegen das Clubsterben war gross. Auf der Website von «Zappzoom» heisst es auch jetzt noch: «Wir betreiben den Playboxx Club Basel am Messeplatz.» Doch die Realität sieht ganz anders aus.

So war die Eröffnung der «Playboxx» ursprünglich für Ende August geplant. Später verschob sie sich auf Mitte November. Gestern gegen Mittag schaltete Tobias Zeindler nun auf der Facebook-Seite der «Playboxx» die definitive Hiobsbotschaft auf: Aus der Neueröffnung wird nichts. Er habe einen Brief von einem Anwalt des Swissôtel Le Plaza erhalten, dass er nicht als Nachfolger berücksichtigt werde, sagt Zeindler.

Seit Mai die Miete nicht bezahlt

Bisher wurde der Club von Sadik und Burhan Arslan geführt. Zeindler und eine andere Quelle sagen, dass die Arslans seit Mai die Miete für den Club nicht mehr bezahlt hätten. Sie veranstalteten im Club Plaza vor allem Latin-Partys. Wegen der ausstehenden Miete wird seit längerem ein Nachfolger als Betreiber des Club Plaza gesucht.

Zeindler sagt, sein Label «Zappzoom» habe sich als erstes als Nachfolger beworben und habe zudem 75 000 Franken als Beitrag an die Schulden des Vorgängers gezahlt. Gemäss anderen Quellen betragen die Schulden der bisherigen Betreiber über 100 000 Franken. Im Sommer sagte Zeindler noch, Ralph Brügger steuere 100 000 Franken zur Idee der «Playboxx» bei.

Ist etwas faul daran?

Eine andere Quelle widerspricht Zeindler. Man habe von Anfang an gewusst, dass bei der «Playboxx» etwas faul sei. So sagt eine Quelle, dass Zeindler bereits habe Verträge mit Zulieferern abschliessen wollen, obwohl er den Zuschlag für den Club Plaza noch nicht erhalten hatte. Zeindler fürchtet nun jedenfalls, dass er die 75 000 Franken nicht mehr zurückerhalte, die er bereits bezahlt habe. Ob dieses Geld wirklich überwiesen wurde, ist allerdings unklar.

Zeindler schaut jedenfalls bereits wieder nach vorne: «Die Idee hinter der Marke ‹Playboxx› soll nicht sterben. Wir planen, dass wir künftig Partys in anderen Lokalitäten durchführen.» So sei er zum Beispiel bereits in Gesprächen mit dem «Sud».

Übernehmen Schweizer den Club?

Dass die bisherigen Betreiber des Club Plaza die Räumlichkeiten noch nicht abgetreten hätten, sei darauf zurückzuführen, dass noch eine Verhandlung vor der Schlichtungsstelle für Mietstreitigkeiten ausstehe, sagt eine Quelle zur bz.

Als Nachfolger stehe derzeit eine Schweizer Interessengruppe zur Diskussion, die ab 1. Januar den Club betreiben soll – voraussichtlich unter neuem Namen, um die negativen Querelen rund um den alten Namen vergessen zu machen.

Verständlicherweise wird auch gemunkelt, dass die Verantwortlichen des Swissôtel Le Plaza alles andere als erfreut seien darüber, was in ihrem Untergeschoss vergeht. Auf eine Stellungnahme verzichtete das Swissôtel gestern Nachmittag.