Der politische Hürdenlauf, den die Fusion vom Basler Universitätsspital (USB) mit dem Kantonsspital Baselland (KSBL) absolvieren muss, nähert sich der heissen Phase. Zurzeit liegen die beiden Staatsverträge zur regionalen Gesundheitsversorgung und zur geplanten Spitalgruppe in den Gesundheitskommissionen von Stadt und Land. Im August oder September steht dann der Showdown in den Parlamenten an. Die allerletzte Hürde folgt im Februar 2019 mit den Volksabstimmungen.

Hätte alles auch im Klinikum 2 Platz?

Jetzt oder nie, denken sich Gruppierungen, die das Mega-Projekt verhindern wollen. Erst letzte Woche beklagte die Seniorenorganisation Graue Panther Nordwestschweiz, dass die Altersmedizin zu wenig berücksichtigt sei. Heute Dienstag nun sah man an der Pressekonferenz des Basler Vereins «Gesundheit für alle» dieselben Gesichter: Graue-Panther-Co-Präsident Remo Gysin und den Kleinbasler Hausarzt Daniel Gelzer.

Statt der Altersmedizin stellte der Verein eine andere Forderung ins Zentrum: der Verzicht auf das Bruderholzspital. Die geplante ambulante Klinik und das Orthopädie-Zentrum seien unnötig. «Schon heute besteht in der Region bei der Orthopädie eine Überkapazität, ein Neubau würde das verstärken», sagt Gysin. Auch die Tagesklinik könne statt auf dem Bruderholz innerhalb des USB umgesetzt werden. Keinen Glauben schenken Gysin und Co. den Aussagen der Basler Regierung, dass es im USB-Neubau des Klinikums 2 keinen freien Platz mehr gäbe.

Nur Spital-Verbund statt Fusion

«Uns ist es wichtig, Überkapazitäten und Doppelspurigkeiten abzubauen», begründet Gelzer die harte Haltung des Vereins. Dazu passt, dass er eine «griffige Umsetzung der Spitalliste» fordert. Konkret: «Es wird nötig, bestehende Leistungsaufträge zu entziehen, auch wenn dies zu Konflikten führt», so Gelzer. Im Visier hat der Verein vor allem Privatspitäler, auch wenn er anerkennt, dass einige auf ihrem Gebiet führend sind.

Viel Kritik muss auch Baselland einstecken. Die Sicht des Vereins ist baslerisch, wenn Gysin sagt: «Es kann nicht sein, dass wir die Baselbieter Spitäler finanzieren.» Die Lösung: ein Spitalverbund statt der Fusion von USB und KSBL zum Unispital Nordwest. So blieben die Spitäler selbstständig, müssten sich aber zu enger Zusammenarbeit, ja sogar zu einem Konkurrenzverbot verpflichten.

Auch könnten einfacher weitere Player wie das Felix Platter oder das Claraspital dazustossen. Auch hier lässt das Hauptargument der Regierungen den Verein kalt: dass jedes Spital in einem Verbund immer zuerst auf die eigenen Finanzen schauen würde. Nur fusioniert stünde das gemeinsame Wohl an oberster Stelle.