Vorwärts blättern und zurück. Vorwärts blättern und zurück. Und noch einmal: Vorwärts blättern und zurück. Es hilft nichts. Man kann den Rädäbäng so intensiv studieren, wie man will. Es gibt einfach keinen klaren Sujet-Favoriten an den diesjährigen drey scheenschte Dääg.

Fasnachts-Obmann Christoph Bürgin sieht das positiv: «Die Fasnacht 2016 wird vielschichtig und vielseitig.» Vor zwei Jahren entschieden sich die meisten Cliquen für das Thema der Unmengen an Baustellen in Basel, im vergangenen Jahr dominierte das Thema Selfie. «Für dieses Jahr habe ich zumindest versucht, Themen zu gewichten», erklärt er. Jeder Stammverein habe ein anderes Sujet – sprich: Schon diese alleine besprechen 36 Sujets während der Fasnachtstage.

Die Stadt stirbt aus

Bürgin ist bei seiner harten Arbeit immerhin auf zwei Schwergewichte gestossen, die jeweils mit verschiedenen Sujets umgesetzt werden. 69 Mal sei der besorgniserregende Zustand der Stadt Basel auf irgendeine Weise umgesetzt. Die Alti Garde der Alte Stainlemer läuft zu ‹«Aadie Basel» in stillem Gedängge›, die Alti Garde der Glunggi kümmert sich um «s regiert Grien-Rot und d Innerstadt isch dood», und d Rätz-Clique sagt «Quo vadis – wie soll das no wyter goo?». Ihr Requisit «isch d Ruine vo Basel», wie auch immer die Fasnächtler diese durch die Innenstadt tragen werden. Zudem wird von drei Cliquen das Clubsterben aufgegriffen; beliebt ist auch das 8er-Problem der BVB.

Den zweiten Block verbucht Bürgin unter den Schlagworten gesellschaftliche Probleme und Politik. Integration ist hierbei mit vier Sujets vorne mit dabei, dicht gefolgt von Flüchtlingen, Rassismus und drei Mal Schlepper – unter anderem von der Waage Clique Blätzbumser-Waggis, deren Sujet «Greece-Schlepper» heisst. Die Gränzwaggis Clique Basel 1945 – ein Waage – gibt den Fasnächtlern «Mir mache d Gränze nit aifach uff, drum leen mir au nit e jeede druff! mit auf Basels Strassen. Dies passend zum Fasnachts-Motto 2016 «Mer mache dicht». Zu guter Letzt erzählt die Stammclique der Junteressli «Vo Moskau waait en yyserne Wind».

33 Mal White Dinner

Die dunklen Themen zeigen auf, dass die Welt schon einmal lustiger war, als sie heute ist, fasst Christoph Bürgin zusammen. Es ist aber natürlich nicht so, dass die amüsanten Sujets an der diesjährigen Fasnacht fehlen. Immerhin 33 Mal wird das White Dinner mit umgebauten Wagen und einfallsreichen Kostümen umgesetzt. Hintergrund: Im September des vergangenen Jahres konnten die Basler auf weissen Stühlen an weissen Tischen in der Innerstadt Picknicken. Die Pfyffergrubbe Dissonänzler sagt dazu «Das Gschiss in Wyss» und die Jungi Garde der Rätz-Clique geht mit dem Sujet «White Dinner – fir Spinner?» auf die Gass. Deren Tambourmajor «isch dr Koch, wo s Dinner kocht».

15. bis 17. Februar www.fasnachts-comite.ch