Die Beschlussvorlage sah vor, dass alle Drogen, von so genannt weichen wie Cannabis, bis hin zu harten wie Kokain und Heroin, "legalisiert, kontrolliert und besteuert werden". 

So sei dem "leidbringenden Schwarzmarkt" die Grundlage zu entziehen. Mehrere Änderungsanträge waren eingebracht worden von Freisinnigen, die dieser radikalen Idee skeptisch gegenüber standen. Parteimitglied Christoph Spenlé etwa forderte, lediglich die so genannt "weichen Drogen" wie Cannabis und Haschisch zu legalisieren. "Wir springen hier von einem Extrem ins andere. Das ist nicht akzeptabel", begründete er seinen Antrag, Heroin und Kokainkonsum nicht legalisieren zu wollen.

Dieser Antrag scheiterte unter anderem am Argument, es gäbe keine medizinische Unterscheidung zwischen "leichten" und "harten" Drogen. Um dem Passus etwas die Schärfe zu nehmen, folgten die Freisinnigen aber dem Antrag, das Wort "grundsätzlich" in den brisanten Satz einzubauen.

So sollen Drogen gemäss neuem Parteiprogramm "grundsätzlich" nicht verboten, sondern legalisiert, kontrolliert und besteuert werden. Mit dieser sprachlichen Finesse ist es demzufolge möglich, das Heroinverbot durch die Hintertür aufrechtzuerhalten.