Mit seiner Strategie für das Kunstmuseum-Parking öffnete Baudirektor Hans-Peter Wessels (SP) neue Fronten innerhalb seiner Partei. Mit seinem jüngsten Versprechen aber dürfte er die Gemüter seiner Genossen wieder etwas beruhigen. Die Basler Regierung plant, den Birsigparkplatz aufzuheben. Dies geht aus einer am Freitag veröffentlichten Interpellationsantwort hervor.

Der vielfach als Unort gescholtene Parkplatz ist eigentlich eine Strasse, die parallel zur Steinenvorstadt verläuft. Schon lange bestehen Pläne, nach der Steinen auch diesen Seitenzweig von Autos zu befreien. Auch besteht ein Auftrag des Volkes, seit dieses den Gegenvorschlag zur Initiative «Öffnung des Birsig» angenommen hat.

Vergangenen Herbst kam wieder etwas Bewegung in die Sache, als SP-Grossrat Sebastian Kölliker einen Anzug zur Umgestaltung des Birsigparkplatzes mit grosser Mehrheit an die Regierung überwies. Kölliker zeigte sich in einer ersten Reaktion «sehr erfreut» und wünscht sich nun einen Mitwirkungsprozess für die Anrainer.

Das jüngste Gelöbnis der Regierung entstand aber in einem anderen Zusammenhang. Jörg Vitelli (SP) hat sich darüber empört, wo Wessels die überirdischen Parkplätze für das neue Kunstmuseum-Parking zu kompensieren gedenke. Sein Zorn floss in eine Interpellation, in welcher er den Birsigparkplatz und den Mühleberg als geeignete Kompensationsflächen aufzeigte.

Beide Vorschläge nimmt Wessels an. Er teile die Meinung Vitellis, «dass der Bereich Mühleberg ein grosses Aufwertungspotenzial besitzt». Konkreter wirds beim überbauten Birsig: «Die 21 Parkplätze auf dem nördlichen Teil des Birsigparkplatzes sind als Kompensation für das Kunstmuseum-Parking vorgesehen», heisst es. Es handelt sich dabei um jene unterhalb der Stänzlergasse bei der ehemaligen Drehscheibe. «Die Parkplätze auf dem südlichen Teil dienen voraussichtlich der Kompensation für das vorgesehene Parking am Erdbeergraben.» Dessen Bau soll in den nächsten zwei bis drei Jahren beginnen, berichtete die bz am Montag.

Der Gewerbeverband kritisiert die Pläne: «Die Parkplätze auf dem Birsigparkplatz sind wenig geeignet als Kompensation», sagt Patrick Erny. Einerseits handle es sich um wertvolle zentrumsnahe Parkplätze. «Gleichzeitig ist das Potenzial für Aufwertungen beschränkt. Egal was man macht: Ein Bijou wird das nie.» Bevor über die Sinnhaftigkeit von einzelnen Kompensationen diskutieren werde, brauche es eine Gesamtübersicht, wo die 200 Parkplätze vom Kunstmuseum kompensiert werden sollen oder bereits wurden.