Da macht sich der Basler Velofahrer in die Hosen, weil er Angst vor dem wilden Kreiselverkehr hat, wo jeder tut, was ihm gerade passt. Die wahren Gefahren aber lassen ihn kalt, schlimmer: Er kennt sie gar nicht. Es nützt nichts, befahrene Kreisel zu meiden.

Um wirklich ein Leben in grenzenloser Sicherheit führen zu können, sollte der Basler Velofahrer eines der anständigsten Quartiere der Stadt weiträumig umfahren oder -spazieren oder zumindest diese Strasse auslassen: die Peter Merian-Strasse. Am Rande des St. Alban-Quartiers beim Bahnhof gelegen stellt diese Strasse eine echte Gefahr dar. Denn dort befinden sich versetzte Auto-Parkplätze! Stellen Sie sich das vor! V-e-r-s-e-t-z-t!

Mal hü, mal hott

Ein paar Parkfelder links, weiter vorne ein paar Felder rechts und so weiter. Für Velofahrer bedeutet das: Sie können nicht geradeaus durch die schöne Villenstrasse bolzen, sondern müssen lenken! Eine Zumutung! Eine lebensgefährliche obendrein. Und das Schlimmste daran: Bisher hat es keiner bemerkt.

Täglich radeln hunderte Geschäftsleute ahnungslos durch diese Slalom-Hölle. Nur mit Glück haben bisher alle überlebt und sind heil an der kuscheligen Nauenstrasse angekommen. Es wird Zeit, dass alle Parkfelder durch Bäume ersetzt werden! Genau das schlägt bikeable.ch vor. Die Website rettet Velofahrer-Leben, indem sie gefährliche «Spots» im ganzen Land auflistet. Nicht mal «Pro Velo beider Basel» hat die Peter Merian-Strasse zuvor als Höllentrip erkannt. Findet jetzt aber: Endlich sagt es mal jemand! Konkret: «Diese Verkehrsführung ist uns schon lange ein Dorn im Auge.»

Mindestens die Abstände zwischen den Autos sollten grösser sein, findet die Velo-Lobby beider Basel.

Pflanzen, nicht parken

Oder eben: Bäume statt Autos für die Sicherheit. Warum ist vorher niemand auf diese Idee gekommen? Noch ist nicht einmal die gefährliche Strasse Thema im Grossen Rat. «Pro Velo beider Basel» kündet aber an, sich des Problems anzunehmen. Damit ist uns ein heisser Politik-Herbst gewiss.

Auf Facebook hat dieser schon begonnen. Der grünliberale Grossrat David Wüest-Rudin schliesst nicht aus, dass die Parkplatzabstände in der Peter Merian-Strasse tatsächlich zu kurz sind, während FDP-Ex-Grossrat und «Pro Velo»-Aktivist Christian Egeler kein Problem im Meriansch’en Zick-Zack-Kurs sieht.

CVP-Grossrätin Beatrice Isler stellt fest, bei ihr im Gundeli hätten versetzte Parkplätze das Tempo gedrosselt und so mehr Sicherheit gebracht, was ja auch der Sinn der Übung sei.

Was niemand erwähnt: Der Veloring hätte das Problem gelöst. Dieser hätte durch die Peter Merian-Strasse geführt und ein besinnliches Miteinander im Sattel garantiert. Aber nein, das Volk hat das 25-Millionen-Schnäppchen 2017 versenkt und sich damit, wie wir jetzt wissen, in Gefahr begeben. Da helfen wirklich nur noch Bäume! Aber bitte nicht versetzt pflanzen!