Die Uni Basel muss sparen. 80 Millionen sind es gemäss dem aktuellen Leistungsauftrag der Trägerkantone für die Jahre 2018 bis 2021. Die Lage wird zunehmend ernster, wie ein internes Mail zeigt, das der bz exklusiv vorliegt.

Darin wendet sich Verwaltungsdirektor Christoph Tschumi im Namen des Rektorats an die Mitarbeitenden: «Basierend auf dieser schwierigen finanziellen Ausgangslage hat der Universitätsrat am 23. August 2018 die Eckwerte zum Budget 2019 beraten und entschieden, den ordentlichen Stufenanstieg im Jahr 2019 auszusetzen», heisst es darin. Von der Regelung ausgenommen sind Assistierende der Gruppierung III, die im Rahmen separater Tarife entschädigt werden, schreibt Tschumi weiter.

Sparpotenzial von 1,5 Millionen Franken

«Das Rektorat und der Universitätsrat sind sich der grossen personalpolitischen Verantwortung und dem hohen Stellenwert attraktiver Anstellungsbedingungen an der Universität Basel bewusst», drückt Tschumi sein Bedauern aus. Die Massnahme sei «einzig dem aktuell grossen Sparzwang geschuldet».

«Wir rechnen mit einem Sparpotenzial von rund 1,5 Millionen Franken – bei insgesamt etwa 1500 Vollzeitstellen», sagt Sprecher Matthias Geering auf Anfrage der bz. Heisst: Durchschnittlich rund 1000 Franken pro Kopf – wobei hier der Arbeitgeberbeitrag ebenfalls enthalten ist. Vorläufig gilt die Massnahme nur für das kommende Jahr. Im Rahmen des Budgetierungsprozesses werde der Stufenanstieg von Jahr zu Jahr entschieden.

Einmalig... oder doch nicht?

«Insofern können wir heute noch nicht sagen, ob es sich um eine einmalige Massnahme handelt.» Auch kann die Uni-Leitung noch nicht abschätzen, was nun intern auf sie zukommen wird. Geering: «Die Massnahme ist erst heute verkündet worden, insofern wissen wir noch nicht, wie die Leute darauf reagieren werden.»

Verhalten positiv reagiert Conradin Cramer: «Die Massnahme ist schmerzhaft, in der jetzigen Situation aber unumgänglich», sagt der Basler Erziehungsdirektor. Wichtig sei, dass für die nächste Leistungsperiode beide Partnerkantone die Universität finanziell «nach allen Möglichkeiten unterstützen». Damit spricht Cramer vor allem den Partnerkanton Baselland an. Die Baselbieter Bildungsdirektorin Monica Gschwind war gestern Abend bis Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Das sei «ein schlechtes Zeichen»

SP-Grossrat Kaspar Sutter gibt sich weniger zurückhaltend: «Das ist eine direkte Folge des Spardrucks aus dem Baselbiet», sagt er. Die Massnahme wertet er als «schlechtes Zeichen», er befürchtet negative Konsequenzen. Schliesslich wolle man Exzellenz – und der Kampf um Spitzenkräfte sei hart. «Bei den Mitarbeitenden drückt der Entscheid auf die Motivation», ist er sich sicher.

Auch für Christoph Eymann ist klar: So kann es nicht weitergehen. «Die Uni braucht wieder mehr Geld», erklärt der Basler LDP-Nationalrat und ehemalige Erziehungsdirektor. Es brauche möglichst bald ein Bekenntnis der beiden Regierungen, dass die derzeitigen Sparmassnahmen nur befristet seien. «Ansonsten wird die Universität nachhaltig Schaden nehmen.»