Die Zahl der grünen Zettel, die 2017 im Bereich des Hauptzollamts Lörrach abgestempelt wurden, hat gegenüber dem Vorjahr um 100'000 abgenommen. Es ist das erste Mal seit 2008, dass sich (siehe Grafik).

Die Zahlen wurden am Freitag auf der Jahresmedienkonferenz des Hauptzollamts Lörrach bekannt gegeben. Es ist für die 42 Kilometer lange Grenze mit der Schweiz bis Schwörstadt zuständig. Statt 6,4 Millionen Ausfuhrbescheinigungen 2016 stempelte der deutsche Zoll 2017 noch 6,3 Millionen ab. «Das ist ein kleiner Rückgang und eine Tendenz. Ein Trend ist noch nicht erkennbar», relativierte Ralf Schemenauer, Leiter des Zollamts Weil am Rhein-Autobahn, die Zahlen.

Eurokurs mach sich bemerkbar

Auffällig ist, dass der Rückgang 2018 anhält. So seien von Januar bis März jeden Monat fünf Prozent weniger grüne Zettel abgestempelt worden als 2017. «Das ist wahrscheinlich auch auf den höheren Eurokurs zurückzuführen», sagte Schemenauer.

Der Zoll schaue «gespannt» auf die Ergebnisse einer deutschlandweiten Arbeitsgruppe, die ein System sucht, mit dem die Ausfuhrbescheinigungen automatisch elektronisch beim Grenzübergang erfasst werden. «Das würde uns sehr entlasten», betonte Schemenauer, sei aber technisch und rechtlich sehr aufwendig. Mit der Einführung rechnet er nicht vor 2020.

Der deutsche Zoll geht davon aus, dass die Möglichkeit, die Zettel per Hand abstempeln zu lassen, weiter angeboten wird. Man hofft darauf, weniger Mitarbeiter zu benötigen. Volker Künzle, Leiter des Hauptzollamts, verwies auf ein mögliches Problem. «Ich weiss nicht, ob die Schweizer Bürger dabei mitspielen, dem deutschen Zoll ihre Daten zur Verfügung zu stellen.» Schemenauer betonte, dass man mit dem System nicht mehr auf die Öffnungszeiten des Zolls angewiesen seien.

Kontrollen bei teuren Waren

Bei hochwertigen Waren kommt es vor, dass die Zöllner kontrollieren, ob sie wirklich ausgeführt werden. Sie lassen sich diese am Schalter zeigen oder schauen ins Auto. Aufgrund knappen Personals sind die Kontrollen allerdings nicht sehr intensiv.

Schemenauer berichtete auch von einem neuen «Sport». So versuchen manche Einkaufstouristen, die mit dem Tram ankommen, sich den Stempel so schnell zu holen, dass sie das gleiche Tram erwischen. Das klappt nicht immer. Einer Frau seien ihre beiden Kinder, die sie im Tram gelassen hatte, weggefahren. Bei einem Mann schloss die Türe des Trams und es fuhr los, als sein Hund an der Leine noch draussen war.