Bereits eine Viertelstunde vor Beginn der Trauerfeier waren fast alle Bänke in der Theodorskirche besetzt. Über 500 Baslerinnen und Basler sind gestern Nachmittag in die Kleinbasler Kirche am Wettsteinplatz geströmt, um Abschied zu nehmen von Kurt Stalder, den viele nur unter dem Beinamen «Guuge» kannten. Der 58-jährige gelernte Maler war Anfang Monat unerwartet verstorben.

Sein Wirken, aber auch sein Auftreten und seine zugängliche Art machten ihn zu einem Kleinbasler Original. Kurt Stalder war vielleicht nicht berühmt, aber in den Strassen und Gassen Kleinbasels kannte ihn fast jeder. Selbst der Pfarrer war mit dem Verstorbenen persönlich verbunden.

Von sämtlichen Gruppierungen, in denen «Guuge» sich betätigt hatte, erwiesen zahlreiche Menschen ihrem Freund die letzte Ehre. Stalder bewegte sich in einer grossen Szene — und agierte gestern einmal mehr als deren Bindeglied.

Die grosse Anteilnahme legt Zeugnis davon ab, dass mit Kurt Stalder ein aussergewöhnlicher Mensch aus dem Leben geschieden ist. Einen grossen Teil seiner Zeit widmete der stolze Vater zweier Söhne dem Engagement in verschiedenen Vereinen: Fasnacht, Zunft, Vogel Gryff, Swiss Mariners. In all diesen Gruppierungen hatte sich «Guuge» stark eingebracht, sich menschlich und fachlich dem Gemeinwohl verschrieben. Er war Ueli und Leu der Kleinbasler Ehrengesellschaften, zählte zum Zunftvorstand und war als herausragender Pfeifer Instruktor für verschiedene Formationen. In allen Vereinen gehörte er zu den Geselligsten und auch zu jenen, die viel Freiwilligenarbeit übernahmen.

Das unterstrichen die Reden an seiner gestrigen Abdankungsfeier. Selbst sein Tod ereilte ihn dabei, als er mit den «Fifre et Tambours de Bâle» in Epesses unterwegs war, um für das «Fête des Vignerons» zu werben.

Musikalisch untermalt wurde die Zeremonie von verschiedenen Darbietungen aus dem weiteren Umfeld der Basler Fasnacht. Der Resonanzraum Kirche verstärkte die Trommelschläge und Piccolo-Töne und verlieh ihnen zusätzliches Gewicht. Die Orgel intonierte «Z’Basel an mym Rhy».

Wie gross die Trauergemeinde wirklich war, wurde indes erst nach der Abdankung offenbar: Als die dunkel gekleideten Menschen schliesslich aus der Theodorskirche in die Kleinbasler Gassen strömten, wähnte man sich beinahe an einem Vogel Gryff.