Wie an der Fasnacht dürfen Wirte das Bier vor ihren Beizen auch an den Bummelsonntagen in Einwegbechern ausschenken. Die Fasnacht bildet die grosse Ausnahme der Mehrwegbecher-Regel, beim Bummel gibt es einen anderen Grund: "Die Mehrwegpflicht gilt nur für Veranstalter, beim Bummel handelt es sich aber um keine offizielle Veranstaltung", sagt André Frauchiger vom Tiefbauamt.

Glich Basel am Wochenende mancherorts wegen der vielen Plastikbecher einer Abfallhalde? Nein. Denn der Bummel beginnt in der Stadt erst am späten Sonntagnachmittag. Tagsüber sind die meisten Cliquen auswärts unterwegs. In verschiedenen Quartieren überquollen etliche öffentliche Mistkübel aber schon am Samstag. Um die Eimer herum lagen teils prall gestopfte Kartons und Plastiksäcke. 

Testweise keine Leerung an Wochenenden

Was also war los? Warum lag etwa im Hegenheimerquartier haufenweise Müll herum? Warum standen in der Innenstadt auffallend viele schwarze Abfallsäcke ohne Vignetten auf der Strasse? Haben Unbekannte eine Abfall-Revolution gestartet? Bubenstreich? Und wo war die Stadtreinigung?

Im Hegenheimerquartier war sie offensichtlich nicht. André Frauchiger bestätigt dies. Grund sei ein Versuch der Stadtreinigung, herauszufinden, an welchen Orten welche Intervalle der Kübel-Leerungen nötig seien. Deshalb würden die Kübel im besagten Quartier derzeit am Wochenende nicht mehr geleert – was überquellende Mistkübel zur Folge habe. "Sobald sich zu viel Abfall ergibt, wird wieder umgestellt, mit Leerungen auch am Wochenende", sagt Frauchiger.

Bussen von 100 bis 200 Franken

Nach wie vor stellten illegalen Abfallensorger ein Problem dar, was sich an den vollen Kübeln zeige. Allerdings habe sich dieses Problem nicht verschärft, sondern im Gegenteil verbessert: "Die Zahl der Meldungen, die bei uns eingegangen sind, sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich tiefer." Frauchiger spricht von einem Rückgang von 25 Prozent.

Bereits am Wochenende aktiv waren die Abfallkontrolleure vom Amt für Umwelt und Energie:  „...illegal bereitgestellt! Ihr Abfall wird kontrolliert!“ steht auf den orangen Klebern, die sie auf illegal entsorgten schwarzen Säcken anbrachten. Wer erwischt wird, zahlt mit 200 Franken eine doppelt so hohe Busse wie ertappte "Haushaltmüllsünder". Dabei handelt es sich um jene Leute, die kleine Säckchen in öffentliche Eimer werfen – und dazu beitragen, dass diese das ganze Wochenende hindurch überfüllt vor sich hin gammeln.