Das Basler Betreibungsamt zieht nächstes Jahr in die Aeschenvorstadt. Dadurch können am bisherigen Standort an der Bäumleingasse künftig fünf von insgesamt sechs Gerichten des Kantons Basel-Stadt untergebracht werden.

Bisher haben im Gerichtsgebäude an der Bäumleingasse nur das Appellations- und das Zivilgericht ihr Domizil. Neu hinzu kommen sollen per 2020 das Sozialversicherungsgericht, das Jugendgericht und das Gericht für fürsorgerische Unterbringungen, wie es am Mittwoch an einer Medienkonferenz der Basler Gerichte hiess.

Damit verfügen die Gerichte des Stadtkantons in Zukunft statt über vier nur noch über zwei Standorte. Das «Blaue Haus» am Rheinsprung und das Rialto fallen weg. Das Sozialgericht muss dieses Gebäude ohnehin verlassen, weil es ab 2020 umgebaut wird.

Einzig das Strafgericht bleibt

Nur noch ein einziges Gericht des Stadtkantons hat seinen Sitz auch in Zukunft ausserhalb des unter Denkmalschutz stehenden «Bäumli», wie das Gerichtsgebäude an der Bäumleingasse oft genannt wird. Das Strafgericht führt seine Verhandlungen weiterhin in seinen Lokalitäten an der Schützenmattstrasse durch.

Dank dem Auszug des Betreibungsamtes können im «Bäumli» die Sicherheitsvorkehrungen auf ein Niveau erhöht werden, die den Anforderungen eines Gerichts entsprechen, hiess es an der Medienkonferenz weiter. Wegen des grossen Publikumsverkehrs mit bis zu 500 Besuchen pro Tag beim Betreibungsamt und dessen längeren Öffnungszeiten sei dies bisher nicht möglich gewesen. Neuer Standort des Betreibungsamt wird nächstes Jahr die Liegenschaft Aeschenvorstadt 56, wo der Kanton zwei Stockwerke mieten soll. Die Regierung und die Finanzkommission sollen diesem Vorhaben im September ihre Zustimmung erteilen.

Mehr Sicherheit ist wichtig

Der Umzug des Betreibungsamts ermöglicht es auch diesem, die Sicherheit zu verbessern. So sollen am neuen Standort zum Schutz der rund 70 Angestellten Beratungsboxen eingerichtet werden. Im Gegensatz zu den Gerichten sei das Betreibungsamt schon mit Tätlichkeiten konfrontiert worden, hiess es weiter.

Noch vor der Konzentration von fünf Gerichten an der Bäumleingasse laden die Basler Gerichte am 15. September dort zu einem «Tag der offenen Tür». Bei diesem geht es indes nicht um die Räumlichkeiten. Vielmehr solle der Bevölkerung die «versteckte Arbeit» der Gerichte näher gebracht werden.

Dazu werden mehrere supponierte Gerichtsverhandlungen durchgeführt, an denen ausser den von Schauspielern gespielten Beschuldigten alle Beteiligten «echt» sind. Jedes der sechs Gerichte präsentiert sich mit einem Fall. Zusätzlich ermöglicht es das Sozialgericht dem Publikum, sich mit bei einem interaktiven Computerspiel als Richter zu versuchen.