Seit Februar sind in der Schalterhalle SBB-Angestellte zu sehen, die den Passagieren die Billettautomaten näher bringen sollen. Denn mit Automaten kann die SBB Geld sparen – auch wenn das nicht das alleinige Ziel ist. Schon heute ist der Billettautomat der absatzstärkste Verkaufskanal der SBB – mehr als jedes zweite Billett wird an einem Billettautomaten gekauft, teilt die Medienstelle auf Anfrage mit. Schweizweit seien dies rund 150'000 Verkäufe täglich.

Insgesamt werden die selbstbedienten Kanäle immer beliebter bei den Kunden. Drei von vier Billetts werden online, mit der SBB Mobile App oder am Automaten bezogen.

Bis voraussichtlich Ende 2016 zeigen Verkäuferinnen und Verkäufer und zusätzliches externes Personal den Kunden an schweizweit 40 SBB-Bahnhöfen Alternativen zu den bedienten Schaltern auf. Dazu werden vom externen Dienstleister wartende Kunden vor den Schaltern angesprochen und für den Kauf des Tickets am Automaten angefragt. Ist ein Kunde dazu bereit und das gewünschte Ticket am Automaten erhältlich, werden die Kunden an einen Automaten begleitet, erklärt die SBB-Sprecherin. Das SBB Verkaufspersonal erklärt den Kunden vor Ort die Funktionalitäten der Automaten und des Online- und Mobileticketshops und löst gemeinsam mit dem Kunden das Ticket. Die neuen Automaten geben bis zu 99.90 Franken Wechselgeld.

Weniger Wartezeit am Schalter

Dank der Verlagerung auf die selbstbedienten Verkaufskanäle könne die Wartezeit für die Kunden verringert werden. Es bleibe am Schalter mehr Zeit für beratungsintensive Produkte und den «Service après-vente». Wer im Ausland Zug fährt, weiss, dass auch dort Automaten im Trend liegen. Es lägen aber keine vergleichbaren Zahlen vor, da die Produktpaletten der Automaten im Ausland stark variieren, heisst es bei der SBB.

«Situative Entscheide»

Werden Schalter geschlossen? Eine eindeutige Antwort der SBB bleibt aus. Wie bereits in den letzten Jahren passe die SBB die Öffnungszeiten einzelner Bahnhöfe situativ den Kundenbedürfnissen an.

Auch über die betriebswirtschaftlichen Folgen der Automatisierung war nur wenig zu erfahren.

«Wir investieren viel Geld in den Ausbau der Vertriebskanäle. Dementsprechend wollen wir auch, dass die Automaten, die SBB-App und der Online-Shop entsprechend intensiv genutzt werden. Wir entsprechen damit auch dem Bedürfnis unserer Kunden», ist man bei der SBB überzeugt.