Für eine Laufzeit von fünf Jahren stehen für 39 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Oberrhein 9,1 Millionen Euro zur Verfügung, um im aufstrebenden Forschungsbereich Quantenwissenschaften zu promovieren. Bei der Quantentechnologie geht es unter anderem darum, super schnelle Computer zu entwickeln.

Es ist das erste Mal, dass die Europäische Kommission im Forschungsprogramm Horizon 2020 ein Vorhaben bewilligt, das vom Europäischen Verbund für territoriale Zusammenarbeit (ETVZ) Eucor – The European Campus eingereicht wurde. Die fünf Universitäten am Oberrhein Basel, Freiburg im Breisgau, Colmar/Mulhouse, Strassburg und Karlsruhe haben den ersten ETVZ, der nur von Universitäten getragen wird, 2015 gegründet.

Entscheidend im 21. Jahrhundert

Bei dem Projekt «Quantum Science and Technologies at the European Campus» (Questec) sollen junge Wissenschaftler in Lern- und Forschungsprojekten alle Bereiche der Quantenwissenschaften durchlaufen. Die Uni Basel spezifiziert in ihrer Mitteilung: «Die Quantentechnologie hat das Potenzial, für einen Entwicklungssprung zu sorgen, der für viele europäische Bereiche und Märkte im 21. Jahrhundert ein entscheidender Faktor sein kann.»

Neben Grundlagenforschung geht es um die Erarbeitung von Anwendungen wie sicheren Kommunikationswegen, präziseren Sensoren und dem Prototyp eines Quantencomputers.

An Questec nimmt neben den Universitäten Basel, Freiburg, Strassburg und Karlsruhe auch die Forschungsabteilung des IT-Konzerns IBM in Zürich teil. Laut Dominik Zumbühl vom Departement Physik der Universität Basel kann die Doktorandenschule «Quantum Computing und Quantum Technologies» in Basel mit zehn co-finanzierten Doktorandinnen und Doktoranden «wesentlich ausgebaut» werden.

42 Prozent der Kosten seien durch die EU-Mittel gedeckt, der Rest wird aus eigenen Quellen fliessen. Im Rahmen von Questec werden manche Aspekte der Ausbildung auch für alle Standorte gemeinsam durchgeführt werden.

Gefördert wird die Quantentechnologie auch durch 10 Millionen Franken von der Endress-Stiftung. Von 50 Postdocs wurden 2018 acht bereits eingestellt – je vier in Freiburg und Basel.