Die Belegschaft der Basler Verkehrs-Betriebe ist für Mittwochmorgen zu einer Informationsveranstaltung im Volkshaus geladen. Gemäss vorliegenden Informationen wird Direktor Erich Lagler dabei den Umbau der Geschäftsleitung präsentieren.

Drei unabhängigen Quellen erzählen, Lagler strebe vor allen die Zusammenführung von je zwei Geschäftsbereichen an. Zum einen sollen die Bereiche Infrastruktur und Technik zusammengelegt werden, zum anderen die Bereiche Betrieb und Marketing. Die BVB wollen auf Anfrage nicht Stellung nehmen.

Den Technik- und Infrastrukturbereich übernimmt demnach Ludwig Näf, der erst im Sommer als interimistischer Technik-Chef von den SBB zu den BVB stiess. Die Zusammenführung könnte den seit Jahren schwelende Konflikt zwischen den Schienen- und den Tramverantwortlichen aufheben, die sich bisher gegenseitig die Verantwortung für einen hohen Schienen- und Radverschleiss zuschoben.

Bruno Stehrenberg, ebenfalls ein Lagler-Vertrauter, soll den Bereich Infrastruktur abgeben und zum Bereich Marketing, den er seit Juni interimistisch leitet, auch die Verantwortung für den Betrieb übernehmen. Mit rund 800 Mitarbeitenden führte er damit die grösste BVB-Abteilung. Durch diese Reorganisation überflüssig wird der bisherige Betriebsleiter, der nicht zuletzt durch seine Art der Führung für die sehr hohe Zahl der Krankmeldungen beim BVB-Fahrpersonal mitverantwortlich gemacht wird.

Zumindest bei der Yvonne Hunkeler, der Präsidentin des BVB-Verwaltungsrates, wird Lagler mit der Straffung offene Türen eingerannt haben. Schliesslich fahren die ebenfalls von Hunkeler präsidierten Verkehrsbetriebe Luzern (vbl) bereits mit der gleichen Führungsstruktur.
Lagler hatte sich im Frühjahr vom Verwaltungsrat grünes Licht für ein Organisationsentwicklungsprojekt geben lassen. Damit sollen Abläufe vereinfacht und Synergien genutzt werden. Das Projekt enthalte keine Sparvorgabe und auch keinen Stellenabbau, kommunizierten die BVB im Juni.