Die Negro-Rhygass ist auf dem Internet nicht mehr zu erreichen. Facebookseite und Homepage sind gesperrt. Endlich! Nur 60 Jahre nach der Gründung der Guggenmusik hat ein aufmerksamer Student im Ausgang gemerkt: Cliquenname und Logo sind rassistisch und gehören verboten. Und die Firma Facebook, die mit Seiten von Skinhead-Vereinen kein Problem hat, handelt. Aber viel zu wenig konsequent.

Denn sehen wir mal, was sich da an der Fasnacht an Diskriminierern tummelt! «Waggis», «Schwoobekäfer», «Rauracher Rueche», ganz zu schweigen von den «Mohrekepf», deren Facebookpräsenz übrigens auch offline ging. Aber damit nicht genug!

Die «Clochards» diskriminieren Menschen ohne festen Wohnsitz! Die «Daig-Affe» Menschen mit Milliardärshintergrund. Die «Gift-Zwäärgli» sind für vertikal Herausgeforderte unzumutbar, die «Bleu d'ian» für Dumme, Verzeihung, Bauernschlaue. Die «Verschnuufer» diskriminieren doch sicher Asthmatiker und die «Furz-Gritte»-Damen, die an starken Flatulenzen leiden. Und die «Abgschläggde», die haben sicher etwas gegen Asexuelle. 

Und dieser Sexismus! Von der «Alte Dante» über die «Schränz-Gritte» zu den «Gugge-Myysli» und den «Märt-Fraueli». Die Fasnacht ist ein Hort der chauvinistisch-patriarchalischen weissen Männer! Und das nicht nur in Männercliquen!

Wo ist eigentlich dieses Gleichstellungsbüro, wenn man es mal braucht? Und wieso darf man «Stadt-Dyyfeli» und «Gasse-Götter» heissen? Da flüchtet doch jeder hypersensible Atheist sofort in seinen Safe Space! Und jede Veganerin erbricht doch ihren Federkohl-Smoothie auf den Marktplatz, wenn diese unsensiblen Typen namens «Schnäggefrässer» vorbeistolzieren. Und beim Anblick der «Opti-Mischte» verfällt der Dysphoriker noch tiefer ins melancholische Grübeln, während «Die Vertschupplete» schon manchen frisurtechnisch benachteiligten Glatzkopf in den Suizid getrieben haben sollen. 

Und denkt doch auch an die Kinder, was sollen die denn lernen? Die werden völlig verdorben! Die «Gyzgnäbber Waggis» verstümmeln das soziale Denken der süssen Kleinen, die «Nuggi-Spugger» fordern Säuglinge zu ungebührlichem Verhalten auf. Und die «Trotzkepf Waggis» diskriminieren Rotzlöffel – Verzeihung – verhaltensoriginelle Jugendliche. Schlimm auch die Gruppe «Schlüsselkinder», die moderne Familienstrukturen veräppelt und noch schlimmer die «Bastardä», die Menschen mit unklarem Stammbaum an den Pranger stellt.  

Ja, die Liste liesse sich endlos fortsetzen. Mit all den seniorenfeindlichen «Alte» im Umzug, den reaktionär-ruralen «Heiri» und «Chriesibuebe». Oder den Tierquälern bei den «Muggedätscher». Den patriarchalischen «Rootsheere», all jenen, die Suchtkranke verhöhnen, von den «Versoffene Deecht» bis zu den «Gnille-Fääger». 

Eigentlich gibt es nur eine Clique, deren Name die totale, multikulturelle Inklusion suggeriert: Die «Chaote». Auch wenn sie zu ungebührlichem Verhalten aufzurufen scheinen.