Prähistorische Archäologie befasst sich mit den Anfängen der menschlichen Kultur. Angesichts eines Untersuchungszeitraums von mehreren Millionen Jahren erstaunt es nicht, dass es den Studis nicht auf das eine oder andere Semester ankommt.

Wobei wohl eher aufwendige Grabungspraktika in halb Europa der Grund dafür sind, dass Archäologiestudenten der Uni Basel am längsten für ihren Bachelor-Abschluss brauchen. Das zeigt ein Blick in den Jahresbericht der Universität. Die Regierung hat diesen mit ihrem Kommentar den Grossräten zugestellt.

Im Schnitt studieren angehende Archäologinnen und Archäologen 12,7 Semester, bis sie ihren ersten Abschluss in den Händen halten. Zwar ist diese Zahl mit Vorsicht zu geniessen: Die Datenmenge ist mit sechs Studierenden nicht eben gross. Allerdings schwangen die Frühhistoriker schon in den vergangenen Jahren obenaus.

Auch die Theologen nehmen es mit der Materie sehr genau. Zumindest auf den ersten Blick: 11,7 Semester beträgt die durchschnittliche Studienzeit für einen Bachelor an der Theologischen Fakultät. In diesem Fall sah sich das Uni-Rektorat aber zu einer Relativierung bemüssigt: «Der hier zu konstatierende Ausschlag wird von einem einzelnen Studierenden verursacht mit einer Studiendauer von über 20 Semestern bis zum Bachelor-Abschluss.»

Bologna: Fail

Seit 2006 gilt in Basel das Bologna-System, das einen Bachelor-Abschluss innert drei Jahren vorsieht. Eigentlich. Im Schnitt schaffen das aber nur wenige Fachrichtungen: die angehenden Zahnärzte und Mathematiker.

Unterboten werden sie noch von den Pharmazeuten, die schneller studieren, als es der Lehrplan vorsieht: Sie brauchen nur 5,9 Semester bis zum ersten Diplom. Während die Naturwissenschaftler die Studienzeiten der Fachrichtungen einzeln ausweisen, lassen sich für die Geisteswissenschaftler nur allgemeine Aussagen machen. Der durchschnittliche Phil-I-Student benötigt für seinen Bachelor-Abschluss 9,3 Semester.

Damit haben die rund 300 Absolventen 2018 ein halbes Jahr länger studiert als jene von 2017. Und ihre Aussichten werden nicht besser: Auch die Masterstudienzeit bewegt sich mit 6,8 Semestern auf dem Höchststand der letzten Jahre. Auch Wirtschafts- (7 Semester), Jus- (7,5) oder Psychologie-Studierende (6,8) studieren durchschnittlich länger, als es die Bologna-Reform versprochen hatte.

Langezeitstudierende sind an der Uni Basel indes kein Massenproblem, hält das Rektorat im Bericht fest. Grund für ein ausgedehntes Studium sei vielfach die Berufstätigkeit nebenher. Dennoch kündigt die Unileitung ein Konzept an, «das den Umgang mit dieser Problematik regelt».