Das Rahmdäfeli-Ensemble von Dani Muri schafft es auch in diesem Jahr, eine Vielfalt an musikalischen und schauspielerischen Darbietungen auf die Bühne zu bringen, die so in der Region ihres Gleichen sucht. In diesem Jahr stimmt das «Mümpfeli Vorfasnacht» erstaunlich nachdenklich. Wieder sitzt Julia Muri als «Trudi vo Geschter» im Lehnsessel im Himmelszelt und reiht in ihrem ganz eigenen Oostschweizer-Dialekt bissige Verse und Wortspiele aneinander.

Tambourenkönig mit Lichtshow

Unten auf der Bühne hat sich zu Beginn der regionale Tambourenkönig Michael Rickli in eine Trommel mitsamt Krone gestellt. Gewohnt brillant spielt er unter dem Motto «drum in drum» eine Retraite à discrétion. Wie in den vergangenen Jahren spielt das Rahmdäfeli geschickt mit technischen Lichtelementen. So leuchten bei jedem Trommelschlag die Schnüre der lebensgrossen Trommel neon grün auf, was zusammen mit Ricklis Trommelkünsten ein akustisches und optisches Feuerwerk ergibt. Während im Hintergrund Fasnachtsfiguren brennen, spielt der Tambourenkönig zusammen mit Stefanie Bossard «dr Yankee».

Michael Jackson im Altersheim und der «Whatsapp-Song»

Die ausgebildete Sängerin Fabienne Frei lässt das Publikum mit ihrer zarten Stimme immer wieder staunen. Der «WhatsApp-Song» des Ensembles beim Stück «Chrischt-Mäss» passt perfekt in die heutige Zeit. Beim oberflächlichen Weihnachtsfest schaut die Mehrheit der anwesenden Familienmitglieder ständig auf sein Smartphone, statt sich zu unterhalten. Es ist nicht das einzige Stück, in dem die Autoren Dani und Sebastian Muri gesellschaftliche Tendenzen kritisch hinterfragen.

Bei «Wonderful World» träumt Fabienne Stocker alias Frau Sensemann beim Psychiater von den Schrecken dieser Welt, welche gleichzeitig auf die Leinwand im Hintergrund projiziert werden. Ähnlich ergeht es den Zuschauern, als ausgerechnet das Vater-Sohn-Duo Sebastian und Dani Muri ein Lied zum Vater-Sohn-Verhältnis anstimmt, als Sebastian den mittlerweile 84-jährigen Vater im Altersheim besucht.

Das Rahmenstück «Guet Nacht am Sächsi» widerspiegelt alles, was das Rahmdäfeli 2014 ausmacht: Bissiger Humor mit deftigen Pointen, poetischer Gesang, Musik durch die Altersheimband «InetwA» oder die Altersheimbewohner, die als Monster zu Michael Jackson's «Thriller» tanzen.

Bissige Schnitzelbänke: God bless the NSA

Viel Applaus erhielt am Freitag das Stück «nid us dr Hand», in dem Fabienne Stocker, Markus Abt und Rolf Furler an der Gitarre das Baselbiet gesanglich hochleben lassen. Richtig bissig wird das Ensemble gegen den amerikanischen Überwachungsstaat. Dabei verwandelt sich «Trudi vo geschter» in die Freiheitsstatue mit einer Sattelitenschüssel. Sebastian Muri als Telefonüberwacher bei Bundeskanzlerin Angela Merkel singt «God bless the NSA» oder «we can do what we want - cause our friend is James Bond». Ebenso bissig wie die Rahmenstücke sind die beiden Schnitzelbänke.

D‘ Stroofrichter vermuten, dass sich alt Regierungsrat Adrian Ballmer und Regierungsrat Urs Wüthrich aufgrund der Korruption bei der Olympiavergabe kandidiert hatten als für die Baselbieter Regierung. Und für den basel-städtischen Kollegen Carlo Conti haben sie sogar Lob übrig, denn der habe wahrscheinlich von der Bank Coop die Auszüge von Adrian Ballmer erhalten. D‘ Ständerlampe setzen auf kurze und knackige Bänke.

Sie wissen auch schon, was sie bei der Fusionsabstimmung in die Urne legen werden: «Mi Entscheid hani gfellt und zrugg nimmen nümme. Und i glaub mi Entscheid isch also wirklig nid schlächt - ich stand drzue und sag: Jo, dr Florian Schneider het rächt!»

Das Rahmdäfeli 2014 ist inklusive zweier Zusatzvorstellungen komplett ausverkauft.