Wissen Sie, wo es in Baselland Eichen aus dem 15. Jahrhundert hat? Oder wo der Bahnhof ohne Dorf steht? Oder welcher Baselbieter Künstler um nur einen Zentimeter nicht Polizist geworden ist? Barbara Saladin hat es für Sie herausgefunden und in ihrem neuen Buch «111 Orte in Baselland, die man gesehen haben muss» festgehalten. «Die Auswahl geht querbeet durch Geschichte, Natur, Archäologie und Kunst», hält die Autorin fest.

Von Rittern und Römern

Mit einem Spaziergang zum Kloster Schönthal in Langenbruck und einigen Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Nähe präsentierten Autorin Barbara Saladin, Tourismusdirektor Tobias Eggimann und Kantonsarchäologe Reto Marti den ersten Reiseführer für das Baselbiet. Die Publikation wurde teilweise aus dem Gasttaxenfonds Baselland finanziert und wird nun an jede Touristenunterkunft der Region zum Auslegen verschickt, wie Eggimann ankündigt.

Er sei sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit, die zu diesem Werk geführt hat. Auch Reto Marti, der die Autorin mit wertvollen Hinweisen auf archäologisch interessante Stätten unterstützt hat, ist erfreut: «Es war ein grosses Vergnügen, bei diesem Werk mitzuarbeiten.» In Baselland gebe es einige höchst interessante Orte.

«Am besten gefallen mir die Konstellationen aus verschiedenen Epochen, die es hier gibt. Da hat man zum Beispiel Aussicht auf eine Burg aus dem Mittelalter und sieht gleichzeitig einen Weg, wo die Römer durchgekommen sind.»

Von skurril bis klassisch

«In dem Buch gibt es sowohl touristisch bekannte Orte als auch einige skurrile Einträge», verrät Eggimann mit Seitenblick auf die Autorin. Barbara Saladin schmunzelt und erzählt: «Eher aussergewöhnlich ist zum Beispiel der Lüftungsschacht des Eisenbahntunnels in Zeglingen. Wenn sich da zwei Züge kreuzen, tost und windet es wie verrückt.» Um die Windböen im Buch bildlich darzustellen habe sie Menschen mit langen Haaren zum Fotoshooting nach Zeglingen eingeladen.

«Wer sagt, das Baselbiet sei langweilig, hat keine Ahnung», findet Saladin, die in Liestal geboren und in Gelterkinden aufgewachsen ist. Sie habe mit Freude und Interesse die beschriebenen Orte besucht und viel Neues gelernt. Sie habe zu Beginn sämtliche Gemeindepräsidenten angefragt und um Hinweise auf interessante Orte gebeten. Aus den Rückmeldungen habe sie dann einige ausgesucht.

«Die Auswahl der 111 Orte war nicht immer ganz einfach. Es kann nun mal nicht alles berücksichtigt werden. Ich bin eher subjektiv vorgegangen und habe Orte gewählt, die bei mir etwas ausgelöst haben», erklärt sie. «Und zu jedem Ort gibt es noch einen zusätzlichen Tipp, sodass es unter dem Strich eigentlich 222 Orte sind.»

Sie habe sich bemüht, möglichst viele Gemeinden zu berücksichtigen. Es sei ihr wichtig gewesen, die Menschen und die Geschichten einzubauen, die ihr unterwegs begegnet sind. Die Beschriebe sind erzählerisch gehalten und von humorvollen Anekdoten durchzogen.