1. ...Arbeiterhäuschen bestaunen

© Nicole Nars-Zimmer niz

Das Gehrenackerquartier hat einen schlechten Ruf, nicht nur, aber auch architektonisch. Mitten in den Bausünden der Nachkriegszeit sticht am Mühleweg eine Reihe alter Arbeiterhäuschen aus dem Beton-Einerlei hervor. Vielleicht sollten sich Architekturfreunde beeilen, um sie anzuschauen: Die herzigen Häuser stehen nämlich weder kantonal noch kommunal unter Schutz.

2. ...im Military Megastore den Krieg simulieren

© Tino Briner

Ob es den Panzer im Military Megastore zu kaufen gibt, ist nicht bekannt. Dafür gibt es dort allerhand Graugrünes. Wer in der Armee war, hat vor jedem Regal Déjà-Vus; Pazifisten lachen über das unpraktische Militärmaterial; Handwerker finden robustes Werkzeug und Bekleidung zu günstigen Preisen. Und wo, wenn nicht in der finnischen Armee, gibt es die garantiert wärmste Dächlikappe der Welt?

3. ...Dorfpolitik aus der ersten Reihe beobachten

An den öffentlichen Einwohnerrats-Sitzungen kann man den Parlamentariern dabei zuschauen, wie sie die Geschicke Prattelns lenken, sich ärgern oder auch einfach nur einschlafen.

4. ....im Ikea-Restaurant Fleischbällchen essen

© Wolfgang Kleinschmidt

Alleine für die sogenannten Köttbullar lohnt sich ein Besuch im schwedischen Möbelhaus, das seit 2000 in Pratteln vertreten ist. Die beliebten Kügeli bestehen übrigens nicht, wie immer wieder gemunkelt wird, aus Elch-, sondern aus Schweine- und Rindfleisch.

5. ...und danach einen Hot-Dog verputzen

© Nicole Nars-Zimmer niz

Der Fast-Food-Klassiker ist nun wirklich auch superbillig. Während andere ihre Preise der Teuerung anpassen, kostet der Hot Dog im Ikea seit jeher nur einen Franken. Nicht umsonst ist die Schlange neben dem Schweden-Shop oftmals ellenlang.

6. ...einmal ordentlich Dampf ablassen

Dampf-, Elektro- und Diesellokomotiven im Miniaturformat gibt es beim Ysebähnli am Rhy. Gross und Klein können auf der Gartenbahn Runden durch die liebevoll gestaltete Anlage mit Teich und Burg drehen.

7. ....mit den Freunden eine ruhige Kugel schieben

© Nicole Nars-Zimmer niz

Das geht auf den zwölf Bowlingbahnen im Freizeitcenter Sprisse. Am Freitag- und am Samstagabend steht dort sogar jeweils Discobowling auf dem Programm mit Schwarzlicht und passender Beleuchtung. Und wer mit den grossen Kugeln nicht klar kommt, kanns mit kleineren versuchen: beim Billard.

8. ...sich auf die Spuren der Herren von Eptingen begeben

© Nicole Nars-Zimmer niz

Genau wie die Burg Madlen wurde das Weiherschloss Pratteln um das Jahr 1275 vom Adelsgeschlecht der Herren von Eptingen erstellt. Beim Basler Erdbeben im Jahr 1356 wurden Schloss und Burg zerstört. Das Weiherschloss ist jedoch wieder aufgebaut worden und zeugt so mitten im Dorfkern noch immer von der Geschichte des Dorfs, die man bei einer Schlossführung nachfühlen kann.

9. ...vom Hägebächli aus die Aussicht geniessen

© Nicole Nars-Zimmer niz

Es ist einer der schönsten, wenn nicht der schönste Aussichtspunkt von Pratteln: das Hägebächli. Gemeint ist damit das schmucke Rebhäuschen, das seinen Namen wiederum von seinem Erbauer hat: Christoph Hagenbach (1596-1668), Prattler Dorfpfarrer. Er nutzte das Häuslein als Studierzimmer, alle seine Sonntagspredigten sollen darin entstanden sein. Inspiriert wurde er vom Panorama: Guckte er aus dem Fenster, so sah er über Pratteln und Basel bis ins Elsass und in den Schwarzwald. 1926 kam das baufällig gewordene Rebhäuslein an die Gemeinde. Sie liess es 1952 abtragen und im ursprünglichen Zustand wieder errichten. Den Riegelbau erreicht man über den Hagenbachweg.

10. ..im Pearl-Outlet irgendwelchen Schnickschnack kaufen

© Nicole Nars-Zimmer niz

Gartenzwerge, Jonglierbälle, ein Kugelschreiber mit integrierter Videokamera – es sind Dinge wie diese, die es im Pearl-Outlet im Gewerbegebiet Grüssen zu kaufen gibt. Eigentlich benötigt man die Gegenstände nicht, aber vielleicht kann man sie ja eines Tages plötzlich gebrauchen.

11.  ...am Megaflohmi rumschneuggen

Andere Flohmärkte sind edler, teurer, origineller, touristischer und hipper – der Megaflohmi ist vor allem eines: gross. Ein Mal pro Monat füllen sich die drei Stockwerke des Parkhauses des Möbelhauses Interio mit Unmengen von Kram. Egal, ob man ein Schnäppchen findet oder nicht: Die Einblicke in die Keller und Dachstöcke des Durchschnittsschweizers sind eine amüsante Sonntagsbeschäftigung.

12. ...sich eine Shisha-Pfeife anschaffen

© Nicole Nars-Zimmer niz

An der Schaufensterscheibe klebt die Werbung für Mobilfunkfirmen, wie das bei von Migranten geführten Kleinstläden üblich ist. Doch im kleinen Geschäft ohne erkennbaren Namen an der Ecke Burggartenstrasse-Zehntenstrasse ist die wohl grösste Sammlung von Shisha-Pfeifen in der Region anzutreffen. Da kann nicht einmal das orientalischste Quartier der Stadt mithalten.

13. ...vor dem Logistikunternehmen Kunst betrachten

© Kenneth Nars

Kunstexperten mögen das anders sehen, aber beim übergrossen Logo an der Fassade der Firma Planzer handelt es sich um Kunst – nämlich um amtlich bewilligte. Die Baubewiliigung dafür erteilte die Gemeinde nur, weil das Logistikunternehmen den simplen Schriftzug als Kunst am Bau und nicht als Werbung deklarierte. So viel Cleverness verdient zumindest einen bewundernden Blick.

14. ...im Gewerbegebiet Grüssen spannen

Den Nong Maad Thai Food im Gewerbegebiet Grüssen kennen bz-Leser. In der Imbiss-Serie im letzten Herbst gaben wir dem sympathischen jungen Wirtepaar Bestnoten, dem leicht versalzenen Essen weniger. Inzwischen stellt sich heraus: Die Terrasse des Restaurants eignet sich bestens, um im Auge zu behalten, wer den Erotikmarkt nebenan betritt. Wer einen Promi entdeckt, darf das gerne der Redaktion melden.

15. ...etwas Ruhrgebiet-Luft schnuppern

Rauchende Schlote, rauchige Luft, versiffte Industrieanlagen: Das alles gibt es in unseren sauber herausgeputzten Schweizer Städten nicht mehr, am wenigsten im noblen Basel. An der Baslerstrasse, Ecke Kästeliweg, findet man das noch. Rund um die Firma Rohner dampft es aus allen Rohren und lärmt es aus den Fabrikfenstern, dass man sich nach Bottrop oder Gelsenkirchen versetzt fühlt. Ganz kurz kriegt man die Stimmung schon aus dem Tram mit.

16. ...im Joerin-Park eine Pause einlegen

© Nicole Nars-Zimmer niz

Er kommt so unerwartet städtisch daher, der Joerin-Park mitten in Pratteln. Das liegt wohl daran, dass er von allen Bevölkerungsgruppen benutzt wird: Eltern mit kleinen und grösseren Kindern, Jugendliche, berufstätige Mittagsesser, und weil es zum anliegenden Pflegeheim keinen Zaun gibt, sind auch viele Senioren da. Aber Vorsicht beim bodenebenen Springbrunnen! Er spritzt ohne Vorwarnung los.

17. ...bei einem Metal-Konzert die Haare schütteln

© Juri Junkov/Fotograf

Gelegenheiten dazu gibt es in Pratteln genug. Mit dem Z7 beherbergt die Gemeinde einen der wichtigsten Clubs für Hardrock und Heavy Metal in Europa. Der kürzliche Auftritt der amerikanischen Punkrock-Legenden Bad Religion war schon das 2222. Konzert im Lokal. Auch wenn Betreiber Norbert Mandel momentan laut darüber nachdenkt, ins aargauische Rheinfelden zu ziehen, ist die Konzertfabrik nicht aus dem Baselbiet wegzudenken. Ausserdem passt das ein wenig heruntergekommene Industriegebiet an der Kraftwerkstrasse ausgezeichnet zum Z7. Möge Pratteln die schweizerische Hochburg der harten Gitarren bleiben. 

18. ...ungläubig den gelben Platz bestaunen

© Martin Toengi

Moskau hat den roten Platz – Pratteln einen gelben. Die Kreuzung Gehrenackerstrasse-Oberfeldstrasse im Südosten der Gemeinde ist im Oktober komplett gelb übermalt worden. Sie ist wohl ein Unikum in der Schweiz, denn Experten raten eigentlich davon ab, diese Farbe grossflächig auf Strassenflächen anzubringen.

19. ...sich an einen skurrilen Unfall erinnern

In Paris pilgern die Touristen zu Prinzessin Dianas Unfallstelle, in Pratteln zum Gebiet Lohag. Der dortige Robinsonspielplatz sorgte 2014 nämlich schweizweit für bemitleidende Schlagzeilen, weil ein Esel stundenlang in einem Dolenloch feststeckte. «I-aah hat Aua!» titelte damals der «Blick». Das Tier überlebte – wie es ihm heute geht, ist nicht bekannt. Bevor der Robi dem Gewerbegebiet Salina Raurica weicht, sollte man an diesem ehrwürdigen Ort des Langohrs gedenken.

20. ...sich im Schwimmbad abkühlen

In Pratteln kann man nicht nur im in der ganzen Region bekannten Aquabasilea das kühle Nass geniessen, sondern auch im Schwimmbad «In den Sandgruben». Wasserratten stehen dort mehrere Schwimm- und Planschbecken, eine Rutschbahn, eine Sprunganlage und ein Strömungsbad zur Verfügung.