Das Gleisfeld zwischen dem Bahnhof Basel SBB und Muttenz gleicht heute einem dicken, verwickelten Kabelstrang. Diesen Knoten wollen die SBB jetzt lösen. Sie planen, in den kommenden sieben Jahren fünf Massnahmen umzusetzen, um die Durchfahrten zwischen Basel und Muttenz zu entflechten. Dafür werden rund 300 Millionen Franken investiert. Als Gegenwert versprechen die SBB mehr Kapazität, eine verbesserte Pünktlichkeit – und vor allem: den Viertelstunden-Takt zwischen Basel und Liestal.

Bis dahin wartet aber noch ein ganzes Stück Arbeit auf die Bundesbahnen. Das wurde an der gestrigen Medienkonferenz klar. SBB-Vertreter zeigten im Muttenzer Pantheon auf, wie die Entflechtung erreicht werden soll. Hauptelement ist eine neue eingleisige Eisenbahnbrücke zwischen der Birsbrücke beim St. Jakob-Park und dem Muttenzer Bahnhof. Mit der 360 Meter langen Überführung mit dem Namen Donnerbaum-Brücke wird es möglich, dass die S-Bahn von Basel in Richtung Liestal/Rheinfelden künftig die Bahnhofs-Hauptausfahrt umfährt. Stattdessen verkehren die Regionalzüge dann via Basel Güterbahnhof. Das schafft nicht nur in Basel Platz, sondern auch in Muttenz selber: Die Züge können auf einem eigenen Trassee in den Bahnhof Muttenz einfahren, kreuzungsfrei.

Schienenwege aufdröseln

Fern- und Regionalverkehr wären also sauber getrennt. Doch im Bahnhof Muttenz kämen sich Personen- und Güterzüge weiterhin in die Quere. Auch hier planen die SBB, die Wege aufzudröseln. Die Güterzüge sollen künftig den Bahnhof umfahren, via eine neue Südumfahrung des Rangierbahnhofs.

Die SBB sehen vor, 2019 mit den Bauarbeiten zu beginnen. Anfang April folgt als nächster Schritt die öffentliche Planauflage in Muttenz. Zum Fahrplanwechsel 2025 hin könnten die neuen Anlagen in Betrieb gehen.

Finanziert werden die Vorhaben mit Bundesgeldern aus dem Bahninfrastruktur-Fonds. Die Mittel hatte das Schweizer Stimmvolk am 9. Februar 2014 beschlossen, mit der Annahme der Fabi-Vorlage. Beim ersten Fabi-Ausbauschritt 2025 stehen Mittel in der Höhe von insgesamt 6,4 Milliarden Franken zur Verfügung. Rund 1 Milliarde fliesst in die Region Basel.
Ziel ist es, mehr Kapazitäten auf der Schiene zu schaffen, vor allem für den Viertelstunden-Takt Basel-Liestal, in einem späteren Schritt auch für das Herzstück. Die unterirdische Bahnverbindung zwischen Basel SBB und Badischem Bahnhof befindet sich erst in der Projektierungsphase. Hingegen verfolgen SBB, beide Basel und der Bund das Ziel, dass bereits 2025 zwischen Basel und Liestal der 15-Minuten-Takt besteht – dank der Entflechtungsprojekte.

Ruf nach dem Herzstück

Um diese ehrgeizige Vorgabe zu erreichen, haben die SBB neben der Entflechtung Basel-Muttenz vier weitere Massnahmen-Blöcke definiert, darunter der Vierspurausbau des Bahnhofs Liestal und die Leistungssteigerung des Bahnhofs Basel SBB.

Starke Verbesserungen gibt es auch für die Nutzer des Muttenzer Bahnhofs. Der Perron 4 erhält ein Dach, die Personenunterführung wird vergrössert und behindertengerecht ausgebaut, ebenso der Bushof. Wegen der Donnerbaum-Brücke muss die Passerelle Hagnau weichen, sie wird ersetzt.

«Es ist eindrücklich, was wir hier gesehen haben», sagte die Baselbieter Baudirektorin Sabine Pegoraro bei ihrer Ansprache in Muttenz. Damit sei die Arbeit aber nicht getan, fügte sie an: «Wir brauchen das Herzstück. Ich setzte alles daran, dass es in den Fabi-Ausbauschritt 2040 aufgenommen wird.»