Die Party ist gelaufen, die 30 000 Franken sind verjubelt: Daniela Gaugler hatte ihr Landratspräsidentinnenfest in Lausen, der Kanton hat seinen dafür vorgesehenen Budgetposten ausgegeben. Doch nach dem Gaugler-Rücktritt wird der Landrat eine Nachfolgerin wählen, der ebenfalls ein Fest zusteht – umso mehr, als sich Myrta Stohler aus Diegten kurzfristig für das aufwendige und zeitraubende Amt zur Verfügung stellt. Ihre Wahl am 13. November scheint gesichert: «Es würde mich sehr überraschen, wenn ich nicht zur Landratspräsidentin gewählt würde. Schliesslich habe ich von verschiedensten Fraktionen so viele positive Feedbacks erhalten», erklärt Stohler als designierte höchste Baselbieterin.

Doch hohl hallt es aus der leeren Baselbieter Kantonskasse: Mehrere Landratspräsi-Feiern pro Jahr sind da nicht vorgesehen. Und die 30 000 Franken von Lausen zurückzufordern, liegt auch nicht drin. Schliesslich kann man nicht die Gemeinde für den Rücktritt von Daniela Gaugler haftbar machen. Bleiben somit die ganzen Kosten für eine Feier zu Ehren Stohlers an Diegten hängen?

Bescheidenheit ist eine Zier

Sicher ist: Auch Myrta Stohler soll eine Feier bekommen: «Obwohl es sehr kurzfristig ist, bringen wir das hin», versichert der Diegter Gemeindepräsident Ruedi Ritter. «Ich weiss nicht, ob überhaupt jemals ein Diegter Landratspräsident war. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern.» Ritter spricht von einem Abendprogramm, an dem die Dorfvereine mitmachen, sowie vorgängig einem Apéro. Und Stohler meint: «Ich bin eine bescheidene Person und möchte auch nur ein bescheidenes Fest.» Bei ihrem Abschied als Gemeindepräsidentin habe auch jeder Dorfverein eine kleine Darbietung gegeben. Diegten hofft aber, dass der Kanton zumindest einen kleinen Zustupf gibt.»

Den wirds geben, und Stohler hat sogar darüber mitbestimmt: «Das Landratsbüro hat in Absprache mit der designierten Präsidentin 5000 Franken als Beitrag beschlossen», erklärt Landschreiber Peter Vetter. «Das Landratsbüro möchte eine dem Amt des Landratspräsidiums würdige Feier ermöglichen und ist überzeugt, dass der gesprochene Betrag dies erlaubt.» Allerdings liessen sich daraus keine Konsequenzen für die Zukunft ableiten: «Der ‹Fall Gaugler› ist ein absoluter Sonderfall. Er eignet sich daher nicht zur Ableitung von Regeln und Lehren. Hard cases make bad law, sagen die Amerikaner.»