Die erneuerte Rathausstrasse beflügelt auch den traditionellen Liestaler Weihnachtsmarkt. Denn die neue Weite ermöglicht eine ganz andere Konstellation der Marktstände: Sie stehen nicht mehr fast militärisch stramm Rücken an Rücken mit Gassen links und rechts, sondern wie zufällig hingeworfen, was dem Markt zu einer wohltuenden Lockerheit verhilft.

Doch von Zufall kann keine Rede sein, denn das Anordnen der Stände rund um die neuen Sitzbänke bereitete Marktchefin Vreni Büchi von KMU Liestal etliches Kopfzerbrechen. Am Schluss gings auf und Büchi durfte an der heutigen, offiziellen Eröffnung des Weihnachtsmarkts viel Lob entgegennehmen. So sagte Stadtpräsident ad interim Franz Kaufmann, der mit seiner Familie auch einen Stand betreibt: «Ich möchte Vreni Büchi meine grosse Anerkennung aussprechen. Der Markt wurde von Grund auf neu konzipiert.»

Regierungsräte fahren Kunden heim

Ausgedeutscht heisst das: Der Liestaler Weihnachtsmarkt hat auch an Zeit und Grösse zugelegt. Statt der bisherigen drei Tage dauert er jetzt fünf Tage lang, das heisst von gestern Mittwoch bis und mit kommenden Sonntag. Und statt der bis anhin 70 bis 80 bieten jetzt 101 Standbetreiber aus nah und fern ihr Sortiment an von typischen (vor)weihnächtlichen Geschenkartikeln, Kerzen, Schälen oder Schmuck bis hin zu allem, was der Magen begehren könnte. Neu ist unter anderem die «Cheeshütte», wo sich bis zu 50 Personen bei Fondue und Raclette aufwärmen können.

Neu ist weiter, dass sich der Weihnachtsmarkt bis auf den Wasserturmplatz erstreckt; dort steht übrigens auch ein originelles, handbetriebenes Holzriesenrad. Und sogar die legendäre Liestaler Marroni-Frau Liselotte Lüthi, mittlerweile auch schon 80 Jahre alt, liess sich für den Markt nochmals aktivieren.

Von der Tradition her kann es der Gratis-Heimfahrservice, bei dem Kunden vom Stedtli bis vor ihre Haustüre gefahren werden, nie und nimmer mit der Marroni-Frau aufnehmen. Aber er findet während des Weihnachtsmarkts und am darauffolgenden Wochenende auch schon zum 18. Mal statt. Speziell dabei das Angebot an Chauffeuren am nächsten Samstag zwischen 12 und 14 Uhr: Man kann sich unter anderem von den Regierungsräten Anton Lauber oder Thomas Weber oder dem ehemaligen Formel-1-Rennfahrer Marc Surer heimkutschieren lassen; Letzterer versteht sicher etwas vom Handwerk.

Lauber fährt nicht nur, sondern er war auch an der Eröffnung des Weihnachtsmarkts zugegen. Dabei zeigte er sich als Fan der neuen Rathausstrasse: «Sie gefällt mir sehr und ich wünsche den Geschäften eine fulminante Zeit. Der Weihnachtsmarkt ist ein guter Auftakt.»